Mit einem ganzheitlichen Blick auf den menschlichen Körper begleitet Markus Kienbacher seine Patient:innen zu mehr Gesundheit, Beweglichkeit und Lebensqualität. Dabei verbindet er Physiotherapie, Osteopathie und Sportwissenschaft zu einem nachhaltigen Ansatz, der weit über die reine Symptombehandlung hinausgeht.
Im Interview spricht er darüber, wie wichtig die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist, warum Bewegung eine zentrale Rolle spielt und wie Menschen lernen können, ihren Körper besser zu verstehen.
Markus Kienbacher im Interview

Was hat Sie dazu bewegt, Physiotherapie, Osteopathie und Sportwissenschaft miteinander zu verbinden und Menschen ganzheitlich zu begleiten?
Das war so nicht von Vorhinein geplant, war aber im Nachhinein eine für mich logische Entwicklung – zuerst habe ich Sport studiert, weil mich einfach Trainingslehre und der menschliche Körper so fasziniert haben.
Im Verlauf des Studiums habe ich dann mein großes Interesse für die physiotherapeutischen Themen entdeckt, weil ich auch gezielt mit erkrankten Personen arbeiten wollte. Dann als Physiotherapeut bin ich auf die Osteopathie gestoßen, weil mich der ganzheitliche Ansatz sehr angesprochen hat.
So hat beispielsweise in der Osteopathie der viszerale Ansatz, also dass Schmerzen am Bewegungsapparat auch mit Problemen an den Organen zusammenhängen können und umgekehrt, mich sehr fasziniert.
Sie legen großen Wert darauf, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen – warum ist dieser Ansatz für nachhaltige Gesundheit so entscheidend?
Ich als Therapeut kann nur der Wegweiser sein bzw. den Anstoß geben für die Heilung.
Den Rest macht der Körper selbst. Und wenn ich als Patient weiß, wie ich diese Selbstheilung dann konkret unterstützen kann, dann habe ich einen sehr nachhaltigen Ansatz, bei dem ich für die meisten Problemchen gar keine Therapie mehr brauche.
Sie begleiten sowohl Sportler:innen als auch Menschen mit Beschwerden – welche Themen begegnen Ihnen am häufigsten?
Die meisten Personen kommen sicher wegen diverser Schmerzproblematiken zu mir. Hier ist mir wichtig zu betonen, dass Schmerz ein wichtiges Warnsignal des Körpers ist.
Dieser sollte nicht einfach ignoriert werden oder, ohne die Ursache zu kennen, mit Schmerzmitteln unterdrückt werden.
Man sollte stattdessen den Ursprung der Beschwerden finden und dann etwas daran ändern. In der Arbeit mit Sportlern fällt mir auf, dass diese meist eine sehr gute Körperwahrnehmung haben und auch kleinste Veränderungen durch die Therapie sofort wahrnehmen.
Markus Kienbacher: Ganzheitliche Ansätze für nachhaltige Heilung

Ihr Zugang verbindet Osteopathie, Physiotherapie und Bewegung – wie greifen diese Bereiche in Ihrer Arbeit ineinander?
Durch die Osteopathie kann ich relativ schnell im Körper die Voraussetzungen für optimale Heilung oder Training schaffen, aber dann ist es meist genauso wichtig, dass man das dann mit optimierten Bewegungsabläufen bzw. gezielten Übungen verbindet, um einen langfristigen Effekt zu erzielen.
Es hängt auch von der Art des Problems ab. Bei Schmerzen durch ein akutes Trauma, das noch nicht allzu lange zurückliegt, habe ich oft auch mit ein bis zwei reinen Osteopathie Einheiten dauerhafte Erfolge.
Bei chronischen Schmerzen dagegen ist es meistens auch wichtig das mit gezielten Übungen und Bewegungsabläufen bzw. manchmal auch Lebensstiländerungen zu kombinieren.
Neben der Einzeltherapie halten Sie auch Workshops und Vorträge – was macht die Arbeit mit Gruppen für Sie besonders spannend?
Jede Gruppe ist anders und durch deren Fragen und Mitarbeit ist jeder Workshop/ Vortrag damit individuell. Wenn ich dann noch ein gutes Gruppenklima schaffe und alle begeistert bei der Sache sind, dann ist das einfach eine großartige Atmosphäre und wunderschön zu erleben.
Weiters gefällt mir, dass ich in kurzer Zeit relativ viele Menschen zu einem Thema begeistern kann.
Was ist Ihnen in Ihrer Arbeit besonders wichtig, wenn es darum geht, Menschen langfristig zu mehr Gesundheit und Bewegungsfreiheit zu verhelfen?
Ein Verständnis für den eigenen Körper- was ihm im Alltag gut tut und was nicht-gemeinsam mit der Patient:In zu entwickeln. Quasi eine Bedienungsanleitung für den Körper. Dann werde ich als Therapeut auch mittel- und langfristig viel weniger gebraucht.


