Interviews

Bianca Mitterlehner: Vom Kopf ins Herz – zurück zu Selbstwert und innerer Stärke

Mit ihrem Herzensprojekt „Vom Kopf ins Herz“ begleitet Bianca Mitterlehner Frauen dabei, alte Muster zu erkennen, ihren Selbstwert neu zu entdecken und wieder in Verbindung mit ihrer eigenen Wahrheit zu kommen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie herausfordernd der Weg aus Anpassung, Selbstzweifeln und dem ständigen Funktionieren sein kann.

Heute unterstützt sie Frauen mit viel Empathie und tiefem Verständnis dabei, sich selbst wieder an erste Stelle zu setzen und ein Leben zu gestalten, das sich wirklich nach ihnen anfühlt.

Interview mit Bianca Mitterlehner

Bianca Mitterlehner Interview

Was hat Sie dazu bewegt, „Vom Kopf ins Herz“ zu gründen und Frauen auf ihrem Weg zurück zu sich selbst zu begleiten?

„Vom Kopf ins Herz“ bedeutet für mich viel mehr als nur ein Name. Es beschreibt den Weg vom reinen Denken zurück ins Fühlen. Weg vom permanenten Funktionieren, Kontrollieren und Sich-Anpassen – hin zur eigenen Wahrheit.

Viele Frauen leben ein Leben, das stark von alten Geschichten geprägt ist. Von Glaubensätzen, die sie oft schon in der Kindheit übernommen haben. Irgendwann halten sie diese Gedanken über sich selbst für die Wahrheit: „Ich bin nicht genug“, „Ich muss leisten, um geliebt zu werden“, „Ich darf nicht anecken“.

Auch ich habe lange geglaubt, dass ich funktionieren muss. Mein Burnout war letztendlich der Moment, der mich gezwungen hat hinzusehen. Ich habe erkannt, dass wir nicht unsere Vergangenheit sind. Nicht unsere Muster. Nicht die Geschichten, die wir irgendwann über uns gelernt haben.

Und genau dort begann meine eigene Reise – vom Kopf ins Herz.

Mir wurde bewusst, dass Veränderung immer möglich ist. Egal, was ein Mensch erlebt hat. Egal, wie schmerzhaft die Vergangenheit war. Wir haben immer die Möglichkeit, unser Leben neu zu gestalten und uns wieder mit unserem wahren Selbst zu verbinden.

Deshalb habe ich „Vom Kopf ins Herz“ gegründet. Ich möchte Frauen zeigen, dass sie nicht für immer in alten Mustern, Selbstzweifeln oder emotionalem Schmerz gefangen bleiben müssen. Dass sie wieder lernen dürfen, sich selbst zu spüren, ihren eigenen Wert zu erkennen und ein Leben zu erschaffen, das sich wirklich nach ihnen anfühlt.

Denn oft beginnt genau dort die schönste Zeit im Leben – in dem Moment, in dem eine Frau erkennt, dass sie nie kaputt war, sondern sich nur von sich selbst entfernt hat.

„Vom Kopf ins Herz“ ist für mich der Weg raus aus dem konditionierten Verstand – rein in unsere eigene Wahrheit.

Sie arbeiten vor allem mit Frauen, die sich im Alltag oft selbst verlieren was sind die häufigsten Muster, die Sie dabei beobachten?

Die häufigsten Muster, die ich bei Frauen beobachte, haben fast immer mit Anpassung und dem Verlust der eigenen Identität zu tun.

Viele Frauen haben sehr früh gelernt, dass sie Liebe, Anerkennung oder Zugehörigkeit nicht einfach durch ihr Sein bekommen, sondern nur dann, wenn sie funktionieren, leisten oder es allen recht machen. Dahinter steckt oft eine tiefe Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung oder Verlassenwerden.

Deshalb beginnen viele irgendwann, Rollen zu spielen. Sie versuchen, die perfekte Partnerin, Mutter, Tochter oder Businessfrau zu sein. Nicht unbedingt bewusst, sondern weil sie irgendwann gelernt haben: „So wie ich wirklich bin, bin ich nicht richtig.“

Und genau dort beginnt die Trennung von sich selbst.

Viele Frauen verbiegen sich lieber, als das Risiko einzugehen, nicht gemögt zu werden. Sie passen sich an, stellen die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen und versuchen ständig zu beweisen, dass sie genug sind. Genug für eine Beziehung. Genug im Beruf. Genug als Mutter. Genug als Mensch.

Ein weiteres starkes Muster ist, den eigenen Wert an Leistung zu knüpfen. Viele fühlen sich nur dann wertvoll, wenn sie produktiv sind, ihre To-do-Liste abgearbeitet haben oder im Außen Erfolg sehen. Bleibt die Leistung aus, entstehen oft Schuldgefühle, Selbstzweifel oder das Gefühl, nicht genug zu sein.

Dabei verlieren viele immer mehr den Zugang zu ihrem eigentlichen Kern. Sie funktionieren nach außen, fühlen sich innerlich aber leer, erschöpft oder emotional abgeschnitten von sich selbst.

Und genau diese innere Inkohärenz kann sich irgendwann auch körperlich zeigen – durch Erschöpfung, Burnout, depressive Gefühle oder andere Symptome. Der Körper beginnt oft dort zu sprechen, wo wir uns selbst schon lange nicht mehr wirklich zuhören.

Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, Frauen zu „optimieren“, sondern sie wieder zurück zu sich selbst zu führen.

Und ich kann das heute so klar aussprechen, weil ich all diese Rollen selbst gelebt habe. Ich weiß, wie es ist, sich anzupassen, sich beweisen zu wollen und den eigenen Wert im Außen zu suchen. Genau deshalb begleite ich Frauen heute nicht aus reiner Theorie, sondern aus eigener Erfahrung und echter gelebter Veränderung.

In Ihrer Arbeit geht es stark um Identität und Selbstwert warum ist es so entscheidend, genau auf dieser Ebene anzusetzen?

Für mich sind Identität und Selbstwert die Grundlage für alles, was wir im Leben erfahren.

Viele Menschen versuchen im Außen etwas zu verändern – Beziehungen, Erfolg, Geld oder ihre Lebensumstände – ohne zu erkennen, dass die eigentliche Ursache oft viel tiefer liegt. Denn wir bekommen im Leben nicht dauerhaft das, was wir uns wünschen, sondern meist das, was wir unbewusst über uns selbst glauben.

Wenn jemand tief in sich die Überzeugung trägt „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss mir Liebe verdienen“ oder „Ich bin nicht wertvoll“, dann schwingt genau das unbewusst ständig mit. In Beziehungen, Entscheidungen, im Beruf und letztendlich im gesamten Leben.

Ich sehe das Leben sehr stark aus energetischer Sicht. Unsere äußere Realität wird dadurch oft zu einem Spiegel unserer inneren Überzeugungen, unserer Identität und der unbewussten Programme, die in uns wirken.

Deshalb geraten viele Menschen immer wieder in dieselben Muster. Sie fragen sich: „Warum passiert mir das immer wieder?“ Dabei bestätigt das Leben oft nur das, was tief im Unterbewusstsein bereits über sich selbst geglaubt wird.

Das Unterbewusstsein lernt durch Wiederholung. Wenn wir über viele Jahre immer wieder Situationen erleben, die uns vermitteln, dass wir nicht genug sind oder uns Liebe erst verdienen müssen, dann wird diese Überzeugung immer tiefer verankert.

Aber genau deshalb können diese inneren Muster auch verändert werden. Durch neue Erfahrungen, neue Entscheidungen, neue Gedanken und einen neuen Fokus können alte Programme Schritt für Schritt überschrieben werden.

Denn wenn ich innerlich glaube, dass ich Liebe nicht verdient habe, werde ich oft genau die Beziehungen anziehen oder akzeptieren, die mir das bestätigen. Wenn ich glaube, dass ich meinen Wert erst beweisen muss, werde ich mich ständig über Leistung definieren und niemals wirklich ankommen.

Ich kenne das selbst sehr gut. Früher war ich immer wieder in ungesunden Beziehungen gefangen, weil meine innere Überzeugung war, dass ich um Liebe kämpfen muss und nicht einfach wertvoll bin, nur weil ich existiere.

Der Wendepunkt beginnt für mich dort, wo eine Frau ihre Identität verändert. Nicht oberflächlich, sondern tief im Inneren. Wenn aus „Ich bin nicht genug“ langsam „Ich kenne meinen Wert“ wird. Wenn sie beginnt zu verstehen, dass sie Liebe, Erfolg oder Fülle nicht verdienen muss, sondern bereits würdig dafür ist.

Denn Selbstwert und Identität sind das Fundament, auf dem unser gesamtes Leben aufgebaut wird – unsere Beziehungen, unser Erfolg, unsere Entscheidungen und unsere Erfüllung.

Und genau darin liegt auch eine große Eigenverantwortung. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man erkennen darf, dass man sich vieles im Leben unbewusst selbst kreiert hat.

Was sich am Anfang vielleicht wie Ohnmacht anfühlt, wird später oft zur größten eigenen Macht. Denn in dem Moment beginnt man zu verstehen, dass man nicht Opfer seiner Vergangenheit bleiben muss, sondern neue Entscheidungen treffen, neue Überzeugungen entwickeln und dadurch sein Leben bewusst verändern kann.

Du bekommst nicht das, was du dir wünschst. Du bekommst das, was du bist. Immer.

Bianca Mitterlehner: Wenn der Schmerz größer wird als die Angst vor Veränderung

Bianca Mitterlehner vom-kopf-ins-herz.at

Viele Frauen funktionieren lange, bevor sie etwas verändern was braucht es, damit dieser Wendepunkt wirklich entstehen kann?

Viele Frauen funktionieren oft sehr lange, bevor sie wirklich etwas verändern. Sie halten aus, passen sich an, ignorieren ihre eigenen Bedürfnisse oder bleiben in Situationen, die sie innerlich eigentlich längst erschöpfen.

Meiner Erfahrung nach entsteht ein echter Wendepunkt meistens dann, wenn der Schmerz der aktuellen Situation größer wird als die Angst vor dem Unbekannten.

Denn Veränderung bedeutet immer auch Unsicherheit. Nicht zu wissen, was passiert, wenn man plötzlich Grenzen setzt, für sich einsteht, eine Beziehung verlässt, den Job kündigt oder aufhört, sich ständig anzupassen. Genau dieses Nichtwissen macht vielen Menschen Angst.

Deshalb bleiben viele lieber in vertrauten Mustern – selbst wenn sie unglücklich machen. Weil das Bekannte sich oft sicherer anfühlt als das Ungewisse.

Erst wenn die aktuelle Situation innerlich nicht mehr auszuhalten ist, beginnen viele wirklich hinzusehen und neue Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig glaube ich aber, dass sich gerade etwas verändert. Durch Social Media, persönliche Geschichten und mehr Sichtbarkeit sehen Frauen heute immer häufiger, was alles möglich ist. Sie sehen andere Frauen, die losgehen, sich verändern, für sich einstehen und anfangen, ihre eigene Wahrheit zu leben.

Und genau das kann unglaublich inspirierend wirken. Oft braucht es jemanden, der zum Spiegel wird. Jemanden, der nicht nur sagt „Du kannst etwas verändern“, sondern es selbst verkörpert. Dadurch entsteht plötzlich die Möglichkeit im eigenen Kopf: „Vielleicht ist auch für mich mehr möglich.“

Ich glaube deshalb, dass Veränderung immer mit Bewusstsein beginnt. Mit dem Moment, in dem eine Frau erkennt, dass sie nicht länger gegen sich selbst leben möchte.

Wie gelingt es Ihnen, Frauen dabei zu unterstützen, alte Muster zu durchbrechen und sich selbst wieder an erste Stelle zu setzen?

Der erste und wichtigste Schritt ist für mich immer Bewusstsein.

Denn viele Menschen wiederholen ihre Muster jahrelang unbewusst, ohne überhaupt zu erkennen, was sie permanent am Leben hält. Welche Entscheidungen sie treffen. Welche Rollen sie spielen. Welche inneren Überzeugungen ihr Verhalten steuern.

Oft beginnt die Veränderung bereits in dem Moment, in dem eine Frau sich selbst wirklich erkennt. Wenn sie plötzlich bemerkt: „Da passe ich mich wieder an.“ – „Da spiele ich wieder eine Rolle.“ – „Da entscheide ich mich wieder aus Angst statt aus meiner Wahrheit.“ – „Da wähle ich wieder die Vergangenheit statt mich selbst.“

Diese feinen inneren Momente bewusst wahrzunehmen, verändert unglaublich viel. Plötzlich fällt es ihnen wie Schuppen vor den Augen und tiefer Frieden und Freiheit beginnen sich im Brustkorb auszubreiten. Weil sie zum ersten Mal verstehen, dass sie nie falsch waren, sondern über Jahre aus alten Überlebensmustern heraus gelebt haben.

Deshalb arbeite ich nicht nur mit Gesprächen, sondern auch mit einem tiefen Verständnis darüber, wie unser inneres System überhaupt funktioniert. Viele Menschen haben nie gelernt, ihre Gedanken, Gefühle und inneren Reaktionen wirklich zu verstehen.

Dabei ist Angst zum Beispiel nichts Schlechtes. Unser Verstand bewertet alles Neue oder Unbekannte oft automatisch als Gefahr. Deshalb fühlt sich Veränderung anfangs häufig unangenehm an – selbst dann, wenn sie eigentlich gut für uns wäre.

Auch Gefühle bedeuten nicht automatisch Wahrheit. Viele emotionale Reaktionen entstehen aus alten Erfahrungen, Verletzungen oder unbewussten Triggern der Vergangenheit. Genau deshalb ist es so wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Gedanke oder jedes Gefühl die absolute Wahrheit über uns ist.

Meine Arbeit beginnt deshalb oft mit tiefer Selbsterkenntnis und inneren Aha-Momenten. Mein größtes Genie liegt wirklich darin, innerhalb kürzester Zeit diese unbewussten Muster und inneren Programme zu erkennen.

Durch meine eigene Geschichte, meine Erfahrung, meine starke Empathie und mein tiefes Verständnis für diese inneren Prozesse sehe ich oft sehr schnell, was hinter bestimmten Verhaltensweisen tatsächlich steckt.

Zusätzlich arbeite ich auch sehr stark mit emotionalen Prozessen und dem Körper. Viele unterdrückte Gefühle bleiben über Jahre im System gespeichert – Angst, Scham, Traurigkeit oder das Gefühl, nicht richtig zu sein.

Emotion bedeutet übersetzt „Energy in Motion“ – Energie in Bewegung. Und wenn diese gebundene Energie wieder fließen darf, verändert sich oft auch das gesamte innere Erleben.

Denn die äußere Welt ist oft nur ein Spiegel dessen, was innerlich noch unbewusst mitschwingt. Wenn innen wieder etwas in Fluss kommt, kann sich dadurch auch im Außen vieles neu ordnen.

Und genau darin liegt für mich die größte Befähigung: Zu erkennen, dass alles in uns beginnt. Dass wir nicht ausgeliefert sind, sondern die Fähigkeit besitzen, unser Leben bewusst neu zu gestalten.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine Entwicklung aus Ihrer Arbeit, die Ihnen gezeigt hat, wie tiefgreifend diese Veränderungsprozesse sein können?

Das Schönste an meiner Arbeit sind für mich diese Momente, in denen Frauen plötzlich erkennen, dass sie nie falsch waren.

Wenn sie verstehen, dass sie ihr ganzes Leben versucht haben, jemand zu sein, um geliebt, gesehen oder anerkannt zu werden – und dabei völlig vergessen haben, wer sie eigentlich wirklich sind.

Diese Momente der Erkenntnis sind oft unglaublich emotional. Plötzlich fällt eine enorme Last ab. Frauen beginnen zu verstehen, in welchen Rollen sie gefangen waren, wie sehr sie sich angepasst oder verbogen haben und dass sie sich selbst dabei immer weiter verloren haben.

Und genau dort entsteht oft etwas ganz Neues: Freiheit.

Ich liebe es zu sehen, wie Frauen plötzlich beginnen, sich selbst wieder zu spüren. Wie sie innerlich ruhiger werden, klarer werden und zum ersten Mal erkennen, dass sie sich nicht länger beweisen müssen.

Viele beschreiben es wie ein tiefes Durchatmen. Als würde endlich etwas in ihnen weich werden.

Und das Berührendste ist für mich, wenn Frauen anfangen, ihre eigene Größe wieder zu fühlen. Nicht laut oder arrogant, sondern ruhig, klar und verbunden mit sich selbst.

Denn in Wahrheit tragen wir alles bereits in uns. Manchmal braucht es nur jemanden, der uns hilft, uns wieder daran zu erinnern.

Und genau deshalb werden in meinen Räumen keine angepassten Frauen geboren, sondern Frauen, die beginnen, sich wieder an ihre eigene Wahrheit, ihren Wert und ihre innere Größe zu erinnern.

In meinen Räumen werden Königinnen geboren.

Website

What's your reaction?

Aufregend
0
Interessant
0
Liebe es
0
Unsicher
0

Antwort verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Next Article:

0 %