Physiotherapie bedeutet weit mehr als die Behandlung von Schmerzen – sie hilft Menschen dabei, langfristig beweglich, belastbar und selbstständig zu bleiben. Mit Physiotherapie VIBE hat Martin Reinstadler einen Ort geschaffen, an dem moderne Therapie, Bewegung und Eigenverantwortung im Mittelpunkt stehen.
Sein Ansatz verbindet wissenschaftlich fundiertes Fachwissen mit einer motivierenden Atmosphäre. Im Interview erklärt er, warum nachhaltige Gesundheit durch aktives Mitwirken entsteht und weshalb Vertrauen in den eigenen Körper der Schlüssel zu langfristigem Therapieerfolg ist.
Martin Reinstadler im Interview

Was hat Sie dazu bewegt, Physiotherapie VIBE zu gründen, und welche Philosophie verfolgen Sie in der Begleitung Ihrer Patient?
Für mich ist durch die jahrelange Arbeit mit Menschen klar geworden, dass ich Physiotherapie ein wenig anders leben möchte. Physiotherapie bedeutet mehr als nur Schmerzbehandlung – sie schenkt Lebensqualität zurück.
Nach meinen beruflichen Stationen in Österreich, Italien und der Schweiz wollte ich einen Ort schaffen, an dem sich Fachwissen, moderne Therapie im Fitnessstudio und eine angenehme Atmosphäre verbinden. Daraus ist Physiotherapie VIBE in Völs entstanden.
Der Name „VIBE“ steht für das, was ich vermitteln möchte: „good vibes“ – positive Energie, Vertrauen und die Überzeugung, dass Veränderung möglich ist.
Mein Ziel ist nicht, dass Patient/innen möglichst lange zu mir kommen, sondern dass sie ihren Körper verstehen und selbst wieder Vertrauen in ihn gewinnen.
Wenn mich jemand irgendwann nicht mehr braucht, weil er/sie gelernt hat, sich selbst zu helfen, dann habe ich meinen Job gut gemacht.
Sie setzen bewusst auf aktive Therapie statt passiver Behandlungen. Warum ist die Eigenverantwortung der Patient für den Behandlungserfolg so entscheidend?
Ich sage meinen Patient oft ganz offen: Wenn jemand ausschließlich Massagen oder „Streicheleinheiten“ sucht, dann ist er bei mir wahrscheinlich an der falschen Adresse.
Passive Behandlungen können Schmerzen kurzfristig lindern und haben selbstverständlich ihren Platz. Langfristig zeigt die wissenschaftliche Evidenz aber sehr klar, dass Bewegung und Krafttraining den größten Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit haben. Deshalb lege ich großen Wert auf aktive Therapie.
Meine Aufgabe ist es, Wissen zu vermitteln, die passenden Übungen auszuwählen und Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.
Die eigentliche Veränderung findet aber zwischen den Therapieterminen statt – zuhause, im Alltag oder beim Training. Genau dort entsteht nachhaltiger Therapieerfolg.
Ihr Angebot reicht von Sportphysiotherapie über Dry Needling bis hin zu Personal Training und Mental Coaching. Welche Vorteile bietet dieser ganzheitliche Ansatz?
Je länger ich als Physiotherapeut arbeite, desto mehr wird mir bewusst, dass der Körper nie isoliert betrachtet werden kann.
Schmerzen entstehen selten nur wegen eines Muskels oder eines Gelenks. Bewegung, Schlaf, Stress, Ernährung, Regeneration und auch unsere Gedanken und Emotionen beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb habe ich mich neben der klassischen Physiotherapie auch im Bereich Training und Mental Coaching weitergebildet.
Mir geht es darum, den Menschen als Ganzes zu sehen.
Manche brauchen eine gezielte Behandlung, andere ein strukturiertes Krafttraining. Wieder andere profitieren vor allem von einem offenen Gespräch, um Belastungen einzuordnen, Zusammenhänge zu verstehen und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.
Genau diese Kombination ermöglicht eine Therapie, die nicht nur kurzfristig Symptome verbessert, sondern langfristig Gesundheit fördert.
Martin Reinstadler: Bewegung ist die beste Prävention

Viele Menschen kommen erst bei Schmerzen zur Physiotherapie. Welche Beschwerden begegnen Ihnen besonders häufig, und wie lässt sich ihnen vorbeugen?
Die Klassiker sind Rücken-, Schulter- und Kniebeschwerden sowie Sportverletzungen oder Überlastungsprobleme. Interessant ist aber, dass die Ursachen oft sehr ähnlich sind: wenig Bewegung, chronisch monotone Haltungen, zu wenig Kraft oder eine Belastung, auf die der Körper nicht ausreichend vorbereitet war.
Ich wünsche mir, dass Physiotherapie viel öfter präventiv genutzt wird.
Eine Pflanze gießt man schließlich auch nicht erst, wenn sie bereits am Verwelken ist.
Die beste Prävention ist aus meiner Sicht kein Wundermittel, sondern etwas sehr Einfaches: regelmäßig bewegen, Kraft aufbauen und dem Körper immer wieder neue Reize geben. Unser Körper ist unglaublich anpassungsfähig – wenn wir ihm die Chance dazu geben.
Bewegung, Kraft und Lebensfreude stehen im Mittelpunkt Ihrer Arbeit. Wie motivieren Sie Menschen, langfristig aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun?
Mein Ziel ist, Menschen zu zeigen, dass Bewegung keine Pflicht ist, sondern eine Möglichkeit, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.
Wenn jemand merkt, dass Treppensteigen leichter fällt, Rückenschmerzen verschwinden oder die erste Bergtour wieder möglich ist, dann entsteht Motivation praktisch von alleine.
Gesundheit soll keinen zusätzlichen Stress verursachen – sie darf Freude machen. Deshalb ist mir eine positive Atmosphäre in meiner Praxis genauso wichtig wie eine wissenschaftlich fundierte Therapie. Ein Lächeln, eine lockere Stimmung und positive Energie gehören für mich genauso dazu.
Gibt es ein besonderes Erlebnis oder einen Therapieerfolg, der Ihnen gezeigt hat, welchen Unterschied die richtige Begleitung für Menschen machen kann?
Es gibt viele solcher Momente. Einer ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Eine Patientin kam mit massiven Knieschmerzen zu mir. Ihr war bereits zu einer Knieprothese geraten worden und ihr größter Wunsch war, wieder in die Berge gehen zu können.
Wir haben gemeinsam im Fitnessstudio konsequent an Kraft und Belastbarkeit gearbeitet. Einige Monate später schickte sie mir ein Foto vom Gipfel einer Bergtour, die sie sich zuvor nicht einmal mehr vorstellen konnte.
Genau solche Momente machen meinen Beruf für mich so besonders.
Über Martin Reinstadler:
Geboren und aufgewachsen in Südtirol. Fürs Studium zog es mich nach Kärnten. Nach 2 Jahren Weltreise gab es noch einen beruflichen Zwischenstopp in der Schweiz, bevor es schließlich im Oktober 2023 nach Innsbruck ging, mit all seinen Möglichkeiten, das Outdoorleben in Form von Wandern, Paragleiten und Joggen zu genießen.


