Mit viel Feingefühl, Nähe und einem klaren Blick für echte Momente begleitet Marie-José Sombeek Menschen an besonderen Lebenspunkten. Ihre Fotografie lebt von Natürlichkeit, Emotion und dem Vertrauen, das sie zu ihren Kund:innen aufbaut.
Ob Hochzeiten, Paar- oder Familienshootings – im Mittelpunkt stehen nicht perfekte Posen, sondern ehrliche Begegnungen. In der Tiroler Natur findet sie dafür eine kraftvolle Bühne, die ihren Bildern Tiefe, Wärme und Authentizität verleiht.
Marie-José Sombeek im Interview

Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Leidenschaft für Fotografie zum Beruf zu machen, und wie hat sich Ihr fotografischer Stil im Laufe der Zeit entwickelt?
Meine Liebe zur Fotografie begann schon im Jugendalter. Mein Papa war fotografisch immer unterwegs – als Hobby. Als er mir dann meine erste Canon geschenkt hat, habe ich meine Liebe zum Fotografieren entdeckt. Ich habe mehrere Kurse und Workshops besucht und so meine Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Ihre Fotografie steht für natürliche und emotionale Bilder. Wie definieren Sie diesen Ansatz, und wie setzen Sie ihn in Ihren Shootings um?
Ein Bild ist dann gut, wenn man beim Betrachten wieder spürt, wie sich der Moment angefühlt hat – die Gänsehaut, die Wärme oder die Verbundenheit. Besonders an einem Hochzeitstag.
Welche Arten von Shootings bieten Sie an – etwa Hochzeiten, Familien oder Paare – und worauf achten Sie besonders in der Vorbereitung und im Ablauf?
Mein Schwerpunkt liegt auf der Hochzeitsfotografie sowie auf Familien- und Paarshootings.
Für mich ist es sehr wichtig, genau auf die Wünsche des Paares oder der Familie einzugehen.
Wir setzen uns ein paar Monate vor dem Shooting-Termin oder der Hochzeit bei einem Kaffee zusammen und besprechen alles bis ins Detail. So entsteht bereits vorab eine erste warme Verbindung zwischen uns.
Wie schaffen Sie es, bei Ihren Kund:innen eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen, damit echte Emotionen und natürliche Momente entstehen können?
Statt statischer Posen gebe ich kleine, spielerische Anweisungen. Ich lasse sie laufen, tanzen oder sich gegenseitig eine Geschichte erzählen.
Wenn sie in Bewegung sind, konzentriert sich ihr Gehirn auf die Handlung und nicht mehr auf die Kamera. So merken sie, dass alles, was sie tun, gut ist – und fühlen sich wohl.
Marie-José Sombeek: Die Natur als Mitgestalterin echter Momente

Welche Rolle spielt die Umgebung für Ihre Arbeit, etwa die Natur und Landschaft Tirols, und wie beziehen Sie diese bewusst in Ihre Bilder ein?
Der Wilde Kaiser ist kein stiller Hintergrund, er gibt den Takt vor.
Er fordert Echtheit. In Ellmau finde ich genau die Mischung aus alpiner Wildheit und sanfter Echtheit der Natur, die meine Fotografie so lebendig macht.
Woran merken Sie, dass Ihre Bilder für Kund:innen mehr sind als Momentaufnahmen – und gibt es ein besonderes Erlebnis oder Feedback dazu?
Es gab ein Feedback, das mir die Tränen in die Augen getrieben hat und das ich nie vergessen werde. Ich hatte ein Paarshooting in der Nähe von Ellmau, oben am Astberg.
Die beiden waren anfangs sehr schüchtern, fast ein bisschen verkrampft. Wir haben uns viel Zeit gelassen, sind gewandert, haben gelacht, und am Ende entstanden Bilder, auf denen sie sich sehr nah waren – ganz ohne Kitsch, einfach nur echt.
Einige Monate später schrieb mir die Frau eine lange Nachricht. Sie erzählte mir, dass sie sich selbst jahrelang in einem sehr kritischen Licht gesehen hatte. Sie hatte Kameras immer gemieden, weil sie sich „unfotogen“ fühlte. Sie schrieb:
„Zum ersten Mal, wenn ich diese Bilder ansehe, sehe ich nicht meine vermeintlichen Makel. Ich sehe die Frau, die mein Mann liebt. Ich sehe das Leuchten in meinen Augen, das ich selbst schon fast vergessen hatte. Du hast mir nicht nur Fotos geschenkt, sondern ein Stück Selbstliebe zurückgegeben.“
Das war der Moment, in dem mir wieder klar wurde: Es ist mehr als ein Bild.


