Celine Blochberger verbindet Athletiktraining, Prävention und Outdoor-Coaching zu einem Ansatz, der weit über klassisches Fitnessdenken hinausgeht. Im Mittelpunkt steht nicht kurzfristige Leistung, sondern Bewegungsqualität, Belastbarkeit und langfristige Gesundheit.
Ob Leistungs- oder Hobbysport, Trail oder Alltag – ihr Training orientiert sich am echten Leben. Mit individueller Betreuung, klarer Struktur und viel Gespür für Körper und Kopf begleitet sie Menschen dabei, sicherer, effizienter und selbstbewusster in Bewegung zu kommen.
Interview mit Celine Blochberger

Photo credits: ©Julian Raggl
Sie arbeiten als Athletiktrainerin mit Schwerpunkt Prävention und funktioneller Leistungsentwicklung. Was macht Ihren Ansatz aus und wie unterscheidet er sich vom klassischen Kraft oder Fitnesstraining?
Mein Ansatz beginnt immer mit einer einfachen Frage: Was braucht der Körper im echten Leben und in der jeweiligen Sportart wirklich. Prävention und funktionelle Leistungsentwicklung heißt für mich nicht nur stärker zu werden, sondern belastbarer, effizienter und langfristig beschwerdefrei.
Deshalb arbeite ich sehr viel über Bewegungsqualität. Dazu gehören stabile Gelenke, saubere Achsen, eine gute Grundspannung, Mobilität dort, wo sie nötig ist, und Stabilität dort, wo sie schützt.
Im klassischen Kraft oder Fitnesstraining liegt der Fokus oft auf Muskeln, Gewichten und Wiederholungen. Das kann absolut sinnvoll sein. Mir geht es zusätzlich um Übertragbarkeit. Wie verhält sich die Hüfte, wenn ich am Bike Druck aufbauen muss. Wie stabil bleibt der Rumpf, wenn es ruppig wird. Und wie kann jemand mit Job, Reisen und vollem Kalender trotzdem sinnvoll trainieren, ohne sich zu überlasten.
Genau deshalb bekommen meine Klientinnen und Klienten keinen Standardplan, sondern Struktur, Progression und echte Betreuung. Ich begleite Menschen vom Leistungssport bis hin zu ambitionierten Hobbysportlerinnen und Hobbysportlern.
Vieles ist komplett online möglich. Der Trainingsplan läuft über eine App, wird regelmäßig angepasst und so geplant, dass er in den tatsächlichen Alltag passt. Zuhause, im Gym, mit minimalem Equipment oder unterwegs.
Mir ist wichtig, dass Training nicht nur auf dem Papier gut klingt, sondern wirklich umgesetzt werden kann.
Am Ende soll nicht nur Leistung entstehen, sondern vor allem dieses Gefühl: Ich kann mich auf meinen Körper verlassen.
Als MTB Guide sowie Enduro und E Bike Coach begleiten Sie Menschen auf anspruchsvollen Trails. Welche Bedeutung haben Naturerlebnis und Techniktraining und was begeistert Sie persönlich am Mountainbiken?
Für mich gehören Naturerlebnis und Techniktraining zusammen.
Mountainbiken ist für viele ein Ausgleich. Raus aus dem Kopf und rein in die Bewegung. Techniktraining ist dabei das, was Sicherheit gibt. Wer sich auf dem Bike sicher fühlt, kann die Natur viel mehr genießen, weil weniger Unsicherheit mitfährt.
Ich liebe daran, dass Mountainbiken so direkt ist. Der Trail zeigt sofort, wie gut Balance, Timing und Blickführung funktionieren. Und ich mag die Vielfalt. Mal flowig und spielerisch, mal technisch und fordernd.
Als Coach erfüllt es mich besonders, wenn jemand nach ein paar gezielten Übungen plötzlich merkt: Ich kann das, und ich habe Kontrolle. Das sind Momente, die richtig viel verändern.
Beim E Bike sehe ich zusätzlich eine große Chance. Es bringt Menschen weiter rauf, weiter raus und oft auch wieder zurück in Bewegung. Umso wichtiger sind saubere Basics, weil Tempo und Reichweite schnell steigen.
Darum arbeite ich viel mit Position, Bremsen, Kurven, Schwerpunkt und mit einem Aufbau, der Schritt für Schritt Sicherheit schafft. Damit der Einstieg unkompliziert ist, biete ich bei Bedarf auch Bikeverleih an. So können Menschen mit passendem Material loslegen, ohne vorher alles selbst organisieren zu müssen.
Ihr Portfolio reicht von Athletiktraining über Outdoor Coaching bis zu Medien, Model und Stunt Projekten. Wie verbinden Sie diese Bereiche und was bereichert Sie daran besonders?
Von außen wirkt das vielleicht wie eine bunte Mischung, für mich gehört es sehr logisch zusammen. In allen Bereichen geht es um Präsenz, Körperbewusstsein und darum, sich mit dem eigenen Körper gut zu fühlen.
Im Training arbeite ich an Stabilität, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Outdoor Coaching bringt das Erlebnis dazu und zeigt, wie stark Umgebung, Mut und Vertrauen die Leistung beeinflussen.
Medien, Modeljobs und Arbeiten als Stuntwoman schulen wiederum eine andere Form von Präsenz, Haltung, Ausdruck und Kommunikation und verlangen gleichzeitig ein sehr hohes Maß an Körperkontrolle und mentaler Klarheit.
Ich finde es spannend, wie sehr sich diese Welten gegenseitig stärken. Wer sich körperlich sicher fühlt, tritt anders auf. Wer gelernt hat, in ungewohnten Situationen präsent zu bleiben, sei es vor der Kamera, bei einem Stunt oder auf einem neuen Trail, nimmt dieses Selbstvertrauen auch in den Alltag mit.
Und umgekehrt hilft mir die Medienarbeit, Inhalte klarer zu vermitteln. Verständlich, motivierend und ohne unnötigen Druck.
Celine Blochberger: Flexibel begleitet – damit Training wirklich machbar bleibt

Photo credits: ©Julian Raggl
Ihr Angebot ist sehr flexibel. Wie betreuen Sie Ihre Klientinnen und Klienten und was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Viele Menschen möchten trainieren, aber der Alltag lässt oft wenig Spielraum. Genau da setze ich an. Mir ist wichtig, dass Training in den echten Wochenplan passt und nicht zusätzlich stresst.
Deshalb arbeite ich mit klarer Struktur, regelmäßigen Anpassungen und einem Plan, der realistisch umsetzbar ist.
Je nachdem, wie der Terminkalender aussieht, kann das Training zuhause, im Gym, draußen oder unterwegs stattfinden.
Ein großer Teil meiner Betreuung ist online möglich. Der Trainingsplan läuft über eine App, ich passe Inhalte laufend an und begleite meine Klientinnen und Klienten so, dass sie auch ohne ständige Vor Ort Termine gut vorankommen. Gleichzeitig lege ich Wert darauf, dass sich das Ganze persönlich anfühlt.
Es geht nicht um irgendeinen Plan, sondern um einen Prozess, der zu den Zielen, zur Belastung und zum Leben der jeweiligen Person passt.
Viele Menschen erleben beim Sport mentale Barrieren. Wie unterstützen Sie Ihre Klientinnen und Klienten darin, mentale Stärke aufzubauen und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln?
Mentale Barrieren sind normal. Oft ist das sogar etwas Gutes, weil der Kopf schützen will. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Ich arbeite gerne mit kleinen Erfolgserlebnissen, klarer Struktur und Reflexion. Statt Dinge zu erzwingen, bauen wir Vertrauen systematisch auf. Zuerst eine stabile Basis schaffen und dann in überschaubaren Schritten steigern.
Am Bike bedeutet das zum Beispiel Blickführung, Tempo dosieren, Bremspunkte, Linienwahl und eine Passage so lange üben, bis sie sich kontrollierbar anfühlt. Im Athletiktraining sind es wiederholbare Routinen, klare Ziele pro Einheit und ein Aufbau, bei dem Fortschritt spürbar wird.
Ich achte auch sehr auf die Sprache. Aus „Ich kann das nicht“ wird „Ich kann das.“ Das klingt klein, verändert aber viel.
Mentale Stärke entsteht für mich nicht durch Härte, sondern durch Verlässlichkeit und Erfahrung.
Ich habe es geübt, ich kenne meinen Plan, ich kann mich auf mich verlassen.
Sie bieten Camps, Workshops und individuelle Outdoor-Erlebnisse an. Welche Rolle spielen Umgebung, Gruppendynamik und Naturbezug in Ihrem Trainingsansatz?
Die Umgebung ist ein echter Verstärker. Draußen fällt vieles leichter. Bewegung wirkt natürlicher, Motivation ist höher und der Kopf wird ruhiger. In Camps und Workshops nutze ich das bewusst. Wir arbeiten technisch und athletisch, aber immer so, dass auch Freude und Leichtigkeit Platz haben.
Gruppendynamik ist dabei ein großer Hebel. In einer guten Gruppe entsteht Mut, nicht durch Druck, sondern durch Unterstützung. Menschen merken, dass sie mit ihren Themen nicht allein sind.
Gleichzeitig ist mir wichtig, dass jede Person im eigenen Tempo lernen darf. Deshalb gestalte ich Sessions so, dass es klare Aufgaben gibt, aber auch Raum für individuelles Feedback. Je nach Camp oder Workshop kann ich auch Bikeverleih organisieren, damit alle mit gutem Setup und ohne Stress starten können.
Naturbezug heißt für mich auch Verantwortung. Respektvoll unterwegs sein, bewusst wahrnehmen und das Erlebnis nicht nur abhaken.
Wenn jemand nach einem Tag sagt: Ich habe mich weiterentwickelt und ich war wirklich da, dann ist das für mich genau der Mix, den ich liebe.
Über Celine Blochberger:
Celine Blochberger ist Sportwissenschaftlerin und selbstständig als Athletiktrainerin mit Schwerpunkt Prävention und funktionelle Leistungsentwicklung tätig. Zusätzlich arbeitet sie als MTB Guide sowie Enduro und E Bike Coach und begleitet Menschen vom Leistungssport bis hin zu ambitionierten Hobbysportlerinnen und Hobbysportlern. Der Fokus liegt auf sauberer Technik, nachhaltigem Aufbau und Betreuung, die in den echten Alltag passt, online, zuhause, im Gym oder unterwegs.


