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One Health Tirol – Gemeinsam für gesunde Menschen und Tiere

Interdisziplinäres Symposium in Innsbruck 2025

Innsbruck/Wien (OTS)
Am 22. Oktober 2025 fand in Innsbruck erneut das Symposium „One Health Tirol. Gemeinsam für gesunde Menschen und Tiere“ statt.
Die Veranstaltung wurde von der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) und der Medizinischen Universität Innsbruck (Med Uni Innsbruck) organisiert und brachte führende Expert:innen aus Human- und Veterinärmedizin zusammen.

Feierlich eröffnet wurde das Symposium von Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly sowie Med-Uni-Vizerektorin Patrizia Stoitzner. Gemeinsam betonten sie die Bedeutung interdisziplinärer Forschung für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.

Forschung für gesunde Menschen, Tiere und Umwelt

Bereits zum dritten Mal richteten die Vetmeduni und die Med Uni Innsbruck das Symposium „One Health Tirol“ in Kooperation mit der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) aus.
Veranstaltungsort war das Tiroler Bildungsinstitut Grillhof in Innsbruck.
Für die wissenschaftliche Leitung zeichnete erneut Prof. Johannes Lorenz Khol (Vetmeduni) verantwortlich – Inhaber der vom Land Tirol eingerichteten Stiftungsprofessur für Wiederkäuermedizin im Alpenraum.

Seine Aufgabe: den regionalen Wissenstransfer zu fördern und Studierende mit regionalen Bildungseinrichtungen und Stakeholdern zu vernetzen.

Stimmen aus Wissenschaft und Politik

Josef Geisler – Landeshauptmann-Stellvertreter Tirol

„Gesunde Menschen, gesunde Tiere und eine intakte Umwelt hängen eng zusammen – das macht das Symposium One Health Tirol auch in diesem Jahr wieder deutlich. Die Kooperation zwischen der Vetmeduni und der Med Uni Innsbruck bündelt Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und ermöglicht praxisnahe Lösungen. So können wir Herausforderungen wie neue Krankheitserreger, Antibiotikaresistenzen oder klimabedingte Veränderungen frühzeitig erkennen und ihnen wirksam begegnen.“

Matthias Gauly – Rektor der Vetmeduni Wien

„Unsere Forschung trägt aktiv zu den UNO-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) bei – allein zum SDG15 ‚Leben an Land‘ laufen über 180 Projekte. Der One Health-Ansatz ist zentral, denn es gibt keine nachhaltige menschliche Gesundheit ohne gesunde Tiere und intakte Umwelt. Klimatische Veränderungen beeinflussen die Ausbreitung von Seuchen – deshalb wollen wir interuniversitäre Kooperationen in Tirol weiter ausbauen.“

Patrizia Stoitzner – Vizerektorin für Forschung, Med Uni Innsbruck

„Der One Health-Ansatz steht beispielhaft für moderne, interdisziplinäre Forschung. Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist untrennbar miteinander verbunden. Nur durch die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg können wir zukünftige Gesundheitsrisiken verstehen und ihnen begegnen. Das Symposium in Tirol zeigt eindrucksvoll, wie diese Kooperationen neue Perspektiven eröffnen und nachhaltige Lösungen fördern.“

Aktuelle Forschungsthemen: Gesundheit vernetzt denken

Unter dem Leitgedanken „Gesundheit vernetzt denken“ präsentierten Expert:innen beider Universitäten eine breite Palette aktueller Forschungsthemen.

Umwelt-DNA, Antibiotikaresistenzen und Tiergesundheit

  • Michael Traugott (LFU Innsbruck) zeigte, wie Umwelt-DNA-Monitoring zur Überwachung von Ökosystemen beiträgt.

  • Werner Ruppitsch (Med Uni Innsbruck) präsentierte Ergebnisse zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen über Ökosystemgrenzen hinweg (HydrologyOpenAirLab-Studie Petzenkirchen).

  • Tom Grunert (Vetmeduni) beleuchtete die Rolle des Menschen bei Tierkrankheiten – etwa bei der Dominanz von Staphylococcus aureus CC8bov bei Milchkühen im Alpenraum.

  • Eva-Maria Bartl (Vetmeduni) erforschte Hautpilzvorkommen bei Lamas und Alpakas und deren Bedeutung im One-Health-Kontext.

Globale Gesundheitsrisiken und neue Krankheitserreger

  • Günter Weiss (Med Uni Innsbruck) widmete sich der globalen Herausforderung Antibiotikaresistenzen durch zunehmende Mobilität.

  • Miriam Govrins & Silke Huber (Med Uni Innsbruck) stellten ihre Forschung zu Vancomycin-resistentem Enterococcus faecium und hypervirulenter Klebsiella pneumoniae in Tirol vor.

  • Gisa Gerold (Med Uni Innsbruck) behandelte das Thema vektorassoziierte Viren, deren Ausbreitung durch ökologische Veränderungen begünstigt wird.

Zoonosen, Krebsforschung und Prävention

  • Andrea Schroll (Med Uni Innsbruck) beleuchtete die Echinococcose, eine parasitäre Erkrankung, die Mensch und Tier betrifft.

  • Cornelia Speth (Med Uni Innsbruck) untersuchte die Rolle von Mikroben bei Krebserkrankungen und betonte die Relevanz des One-Health-Ansatzes in der Onkologie.

  • Annette Nigsch, Rita Mühleder & Clair Firth (AGES, Vetmeduni) präsentierten das Projekt „Vetaustria“, das neue Wege zur Bekämpfung und Prävention von Mycobacterium caprae bei Rindern und Rothirschen in Westösterreich entwickelt.

Der One Health-Ansatz als Schlüssel zur Zukunft

Die Vorträge verdeutlichten eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Mensch, Tier und Umwelt als Einheit zu betrachten.
Der One Health-Ansatz bildet die Basis, um globale Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und nachhaltige Lösungsstrategien zu entwickeln.

Prof. Johannes Lorenz Khol fasste zusammen:

„Das dritte One Health-Symposium in Tirol war geprägt von fachlicher Vielfalt, intensiven Diskussionen und einem Rekord an Teilnehmer:innen. Das zeigt, dass der One Health-Ansatz aktueller ist denn je – und die interdisziplinäre Vernetzung weiter an Bedeutung gewinnt.“

Über One Health Tirol

Das Symposium „One Health Tirol. Gemeinsam für gesunde Menschen und Tiere“ wird von der Vetmeduni Wien, der Med Uni Innsbruck und der AGES veranstaltet. Ziel ist es, Forschung, Praxis und Politik zusammenzubringen, um den Zusammenhang von Tiergesundheit, menschlicher Gesundheit und Umweltfaktoren zu beleuchten.

Das Projekt fördert:

  • den Austausch zwischen Wissenschaft & Gesellschaft,

  • die regionale Wissensvermittlung,

  • und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.


Presse & Kontakt

Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
📍 Veterinärplatz 1, A-1210 Wien
🌐 www.vetmeduni.ac.at

Medizinische Universität Innsbruck
📍 Innrain 52, A-6020 Innsbruck
🌐 www.i-med.ac.at

Pressekontakt
📞 +43 (0)1 / 25077-0
✉️ presse@vetmeduni.ac.at

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