Dennis Kolwey fand seinen Weg zum Training nicht über perfekte Voraussetzungen, sondern über einen frühen Moment der Erkenntnis: Wenn sich etwas verändern soll, muss man selbst aktiv werden. Diese Haltung prägt ihn bis heute – als Psychologe, Sportwissenschaftler und Gründer von „Das Training“.
Sein Ansatz verbindet Effizienz, persönliche Betreuung und eine außergewöhnlich ganzheitliche Sicht auf Körper und Lebensstil. Im Interview spricht er über seine Motivation, die Entwicklung seines Studios, die Rolle von EMS und seine Vision moderner Trainingsbetreuung.
Interview mit Dennis Kolwey

Foto: Armin Ribis – Punkt Agency
Wie kamen Sie persönlich zum Thema Fitness und Training – und was hat Sie motiviert, „Das Training“ zu gründen?
Ich bin sehr früh in die Welt des Trainings hineingewachsen – allerdings nicht, weil alles perfekt lief, sondern weil ich als Kind einen Punkt erreicht habe, an dem ich verstanden habe: Wenn ich etwas verändern möchte, dann muss ich selbst aktiv werden.
Ich war etwa zwölf, als mein Großvater einmal beiläufig sagte, ich sei etwas pummelig – vor allem im Vergleich zu meinem Bruder. Für einen Zwölfjährigen ist so ein Satz ein kleiner Stich. Aber er hat bei mir etwas ausgelöst: den Wunsch, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
Also habe ich mir die Hanteln meines Vaters geschnappt, mich in meinem Zimmer eingeschlossen und angefangen zu trainieren: Liegestütze, Sit-ups, kleine Kraftübungen. Nicht, weil es jemand verlangt hat – sondern, weil ich spüren wollte, wozu ich fähig bin. Und als die ersten Erfolge sichtbar wurden, wurde mir klar, wie viel Training verändern kann – körperlich, aber auch mental.
Dieser Weg hat mich geprägt.
Ich wurde Kapitän meiner Mannschaften, übernahm Verantwortung, suchte Herausforderungen. Im Abitur vertiefte ich das Ganze wissenschaftlich – in Sport und Biologie. Nach meinem Zivildienst auf Sylt, einer Zeit in der ich extrem viel trainiert habe, bin ich nach Innsbruck gekommen, um Sportwissenschaften zu studieren.
Mit 18 hatte ich zudem einen Bandscheibenvorfall – ein Moment, der für viele das Ende einer Sportlerlaufbahn bedeutet. Für mich war er der Startschuss, Training, Psychologie, Körperwahrnehmung und Rehabilitation ganzheitlich zu verbinden. Ich wollte verstehen, wie man den Körper nachhaltig stark hält.
Heute bin ich Psychologe, Sportwissenschaftler, Ernährungscoach und Personal Trainer – und genau diese Kombination ist der Kern von „Das Training“.
Ich wollte ein Studio schaffen, in dem Menschen sich nicht fragen müssen, „Was soll ich tun?“, sondern spüren: „Hier werde ich verstanden. Hier bekomme ich Klarheit. Hier beginnt Veränderung.“
Das ist bis heute mein Antrieb.
Ihr Studio steht für Effizienz, persönliche Betreuung und hohe Qualität. Wie haben sich diese Säulen entwickelt?
DAS TRAINING führe ich seit Jahren gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Marcel Gunubu. Wir haben das Studio zusammen aufgebaut, ergänzen uns fachlich wie menschlich und sind als Team deutlich stärker, als wir es allein wären. Diese Partnerschaft ist ein wesentlicher Grund dafür, warum wir seit so langer Zeit konstant hohe Qualität liefern.
Unser Ansatz hat sich in den letzten Jahren sehr klar weiterentwickelt. Wir sind mit klassischem EMS gestartet – heute arbeiten wir mit einem mobilen, funktionelleren System, das physiologisch präziser wirkt und mehr Abwechslung bietet.
Ergänzend dazu haben wir Personal Training und Gruppentraining aufgebaut, um jedem Alltag die passende Struktur zu geben.
Auch die persönliche Betreuung hat sich stark vertieft. Aus einer Einzelbetreuung wurde ein Team aus sechs Coaches, die dieselben Werte teilen und Menschen ganzheitlich begleiten.
Dazu gehört heute nicht nur Training, sondern auch Ernährung, Mindset und Lebensstil – ein Rahmen, in dem sich viele zum ersten Mal seit Langem wieder wirklich gesehen fühlen.
Qualität bedeutet für uns dabei nicht „mehr“, sondern „klarer“.
Wir arbeiten mit Diagnostik, regelmäßigen Check-ups und einer Struktur, die trägt – ein System, das Menschen sicher durch ihren Alltag führt und Fortschritte verlässlich sichtbar macht.
EMS als Schwerpunkt: Für wen ist es geeignet? Und wann sind andere Methoden sinnvoller?
EMS ist ein starkes Werkzeug – und eines, das gerade Menschen mit wenig Zeit enorm unterstützt. Es ermöglicht in 15 Minuten einen Reiz auf die gesamte Muskulatur, den viele im Fitnessstudio selbst mit zwei Stunden Aufwand nicht erreichen.
Aber man soll auch realistisch bleiben: EMS ist kein Allheilmittel.
Der Unterschied ist: Wir setzen es nicht als Trend ein, sondern als präzises Werkzeug.
EMS eignet sich besonders für Menschen, die:
- wieder in ihre Kraft finden möchten
- Rücken- und Beckenbodenthemen haben
- wenig Zeit haben, aber hohe Ansprüche
- Struktur und Verbindlichkeit brauchen
Ich selbst komme aus dem klassischen Krafttraining und habe Jahre im CrossFit verbracht – ich liebe dieses Training. Aber kein anderes System erreicht Tiefenmuskulatur so effizient wie EMS.
Trotzdem sage ich klar: Die beste Lösung ist meist eine Kombination. Und generell sind die gesteckten Ziele meist nur dann zu erreichen, wenn es neben dem Training zu einer generellen Lebensstiländerung kommt – und genau die begleiten wir zusätzlich mit unserer 1:1 Online-/Hybrid Betreuung.
Denn unser Ziel ist nicht „EMS um jeden Preis“, sondern ein Training – oder besser – ein System, das langfristig trägt.
Welche Rolle spielen Anamnese und Check-ups?
Eine zentrale.
Viele Studios trainieren Menschen – wir verstehen sie zuerst.
Die Anamnese dauert bei uns etwa eine Stunde. Wir messen, analysieren, sprechen über Ziele und Erwartungen, führen eine Körperanalyse durch und – wenn sinnvoll – binden wir epigenetische Tests ein.
Regelmäßige Check-ups (einmal pro Quartal) machen Fortschritte sichtbar und geben Sicherheit.
Und genau das ist für viele das Entscheidende: Sie spüren wieder, dass sie Kontrolle über ihren Körper haben.
Dennis Kolwey: Erfolge, die berühren – und Menschen zurück in ihre Kraft bringen

Foto: Armin Ribis – Punkt Agency
Gab es einen Erfolg, der Sie besonders stolz macht?
Ja – und beide sind mir persönlich sehr wichtig.
Erstens: Wir sind mittlerweile der größte EMS-Anbieter in Innsbruck – mit über 160 Menschen, die jede Woche bei uns trainieren. Das erfüllt mich mit Dankbarkeit und zeigt, dass unser Weg richtig ist.
Zweitens – und für mich persönlich viel bedeutsamer:
Die Geschichten unserer Kundinnen und Kunden.
Viele kommen zu uns mit 35, 45 oder 55. Früher waren sie sportlich, dann kam das Leben dazwischen. Familie. Karriere. Verantwortung. Und plötzlich ist der Zugang zu sich selbst verloren gegangen.
Dann reicht ein einziger fixer Termin pro Woche – und alles beginnt sich zu verändern.
Plötzlich laufen Menschen wieder Cross-Country-Rennen. Melden sich für Marathons an. Treffen Entscheidungen, die sie seit Jahren vor sich hergeschoben haben.
Nicht, weil wir Druck machen, sondern weil sie wieder spüren: „Ich kann das. Ich komme zurück.“
Diese Transformationen sind der Grund, warum ich das tue, was ich tue.
Welche Vision haben Sie für „Das Training“?
Unsere Vision ist klar und modern:
Hochwertige persönliche Betreuung – kombiniert mit einem präzisen, digitalen System, das Menschen im Alltag trägt.
In einer Welt, in der KI Trainings- und Ernährungspläne besser schreiben kann als jeder Mensch, verändert sich die Rolle des Coaches.
Der Coach ist nicht mehr der Wissensvermittler.
Sondern der Strukturgeber, der Reflexionspartner, der Mentor. Der Mensch, der dafür sorgt, dass Umsetzung wirklich passiert.
Wir bauen daher drei Dinge aus:
- Hybrides EMS-Training – im Studio, zu Hause oder unterwegs
- Ein Coaching-System, das Training, Ernährung, Mindset und Lifestyle verbindet
- Digitale Strukturen, die Orientierung geben, Klarheit schaffen und Erfolge planbar machen
Ziel ist ein System, in das Menschen hineingehen können und merken:
„Hier werde ich geführt. Hier finde ich zurück zu mir. Und hier bleibe ich.“
Das ist die Zukunft, die wir gestalten.
Über Dennis Kolwey:
Dennis Kolwey ist Psychologe, Sportwissenschaftler, Personal Trainer, Ernährungscoach und Unternehmensberater. In seinem Studio „Das Training“ in Innsbruck begleitet er Menschen dabei, Gesundheit, Leistungsfähigkeit und innere Balance nachhaltig zurückzugewinnen.
Sein Ansatz verbindet Training, Ernährung, Mindset und Lifestyle zu einem klaren, tragfähigen System – fundiert, menschlich und hocheffektiv.


