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Markus Geiregger: Wenn Therapie Menschen wieder in Bewegung bringt

Für Markus Geiregger ist Physiotherapie weit mehr als die Behandlung von Beschwerden – sie bedeutet, Menschen auf ihrem Weg zurück zu mehr Lebensqualität zu begleiten. Mit THERAPIE West hat er einen Ort geschaffen, an dem verschiedene Fachbereiche eng zusammenarbeiten und der Mensch in seiner Gesamtheit im Mittelpunkt steht.

Individuelle Betreuung, moderne Diagnostik und Hilfe zur Selbsthilfe prägen seinen Ansatz. Im Interview erzählt er, warum nachhaltige Therapie weit über die reine Symptombehandlung hinausgeht.

Interview mit Markus Geiregger

Markus Geiregger Interview

Was hat Sie dazu bewegt, THERAPIE West zu gründen und verschiedene therapeutische Fachbereiche unter einem Dach zu vereinen?

Physiotherapie ist für mich weit mehr als nur ein Beruf – sie ist meine große Freude und das Ergebnis einer ganz persönlichen Suche. Ich war ursprünglich Bäckergeselle aus Leidenschaft, bis mir ein berufsbedingtes Mehlasthma den Boden unter den Füßen wegzog.

Ich musste meinen Beruf aufgeben und mich völlig neu orientieren. Über Stationen wie den Dienst als Bademeister und Automechaniker Gehilfe, fand ich schließlich zur Physiotherapie. Diese Erfahrung, selbst eine körperliche Grenze aufgezeigt zu bekommen, prägt meine heutige Philosophie zutiefst.

Als ich 2013 die Universitätsklinik Innsbruck verließ, um mich voll auf THERPIE-West zu konzentrieren, hatte ich ein klares, fast sportliches Ziel vor Augen: Ich wollte eine Praxis schaffen, in der wir es schaffen, möglichst schon in der allerersten Therapiesitzung das Kernproblem präzise zu erkennen und dem Patienten sofort konkrete Wege zur Selbsthilfe und Lösung aufzuzeigen.

Da die biologische Wundheilung aber oft ihre eigene Zeitsprache spricht und der Körper komplex ist, reicht eine Disziplin allein meist nicht aus. Deshalb habe ich verschiedene Fachbereiche wie Physiotherapie und Logopädie unter einem Dach vereint.

Wir wollen den Menschen nicht in ein langes System drücken, sondern ihm schnell und nachhaltig die Sicherheit in der eigenen Bewegung zurückgeben.

Bei THERAPIE West arbeiten Physiotherapeut:innen und Logopäd:innen eng zusammen welche Vorteile bringt dieser interdisziplinäre Ansatz für Ihre Patient:innen?

Dieses Zusammenspiel ist unglaublich schön, produktiv und für die Patient:innen ein enormer Gewinn. Da die Logopädie direkt in unseren Räumlichkeiten sitzt, gibt es kaum Hürden oder langen Wege. Wir tauschen uns sprichwörtlich zwischen Tür und Angel oder in gemeinsamen Fallbesprechungen aus.

Ein klassisches Beispiel ist die Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen (CMD), Zähneknirschen, Nackenblockaden oder komplexen Beschwerden der Atemwege und des Brustkorbs. Wenn die Halswirbelsäule blockiert ist, beeinträchtigt das oft den Schluck- und Sprechapparat – und umgekehrt.

Durch die direkte Zusammenarbeit können wir zeitgleich an der Biomechanik und an der funktionellen Ansteuerung von Stimme, Atmung und Schlucken arbeiten. Das spart den Patient:innen Zeit und führt zu wesentlich schnelleren und stabileren Therapieerfolgen.

Ihr Fokus liegt auf individueller und ursachenorientierter Therapie – warum ist dieser ganzheitliche Blick für nachhaltige Behandlungserfolge so wichtig?

Weil der Mensch schlichtweg viel mehr ist als nur reine Biomechanik.

Wenn wir nur das Symptom behandeln – also dort ansetzen, wo es gerade wehtut, greifen wir fast immer zu kurz. Ein Schmerz im Knie kann seine wahre Ursache in der Hüfte oder im Sprunggelenk haben.

Bei einem chronischer Nackenschmerz kann durch eine Fehlbelastung am Kiefergelenk oder sogar durch altes, unelastisches Narbengewebe nach einer Operation befeuert werden. Narben werden in ihrer Auswirkung auf das Gewebe und die Bewegungsketten im Körper oft völlig unterschätzt.

Zudem fließen bei uns immer auch mentale Aspekte ein. Meine Erfahrung als Neuromentaltrainer, aber auch mein Hintergrund als Musiker und Dichter, schärfen meinen Blick dafür, dass Körper und Geist eine untrennbare Einheit bilden. Nur wer die echten Ursachen versteht und den ganzen Menschen im Blick hat, schafft nachhaltige Lösungen statt kurzfristiger Pflaster.

Markus Geiregger: Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen

Markus Geiregger theraie-west.at

Sie begleiten Menschen mit akuten Beschwerden ebenso wie mit chronischen Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen – welche Themen begegnen Ihnen dabei besonders häufig?

In unserer täglichen Praxis sehen wir ein sehr breites Spektrum. Besonders häufig begegnen uns komplexe Schmerzzustände im Bereich von Nacken und Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Rippen sowie Atembeschwerden und Probleme der Atemwege.

Auch langwierige Knie- und Sprunggelenksbeschwerden, die schon deutlich länger anhalten als „normal“, sind an der Tagesordnung. Ein riesiger Schwerpunkt ist zudem die komplexe, oft chronische Schmerztherapie, bei der Patient:innen zu uns kommen.

Der Fokus liegt klar bei deren Schmerzzustände, welche nicht klar definiert werden konnten. Hier geht es vor allem darum, das veränderte Schmerzgedächtnis des Körpers zu verstehen und Schritt für Schritt zu desensibilisieren.

Wie gelingt es Ihnen, für jede:n Patient:in ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln?

Das Geheimnis liegt in den Patient:innen. Um dieses Geheimnis zu finden, hilft mir die Kombination aus fundiertem, wissenschaftlich Handwerk und modernster Technik.

Die Basis bildet meine Spezialisierung in der orhopädischen-muskuloskelettalen Physiotherapie (O.M.T.) gepaart mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Masterstudium.

Wir nutzen in der Praxis modernste Diagnostik wie den Echtzeitultraschall oder das Elektromyogramm (EMG), um live auf dem Bildschirm sichtbar zu machen, wie ein Muskel arbeitet oder nicht arbeitet.

Ein sehr zentraler Fokus ist jedoch das, was ich „Therapie-Coaching“ nenne: Ich agiere wie ein Trainer im Sport. Mein größtes Anliegen ist die Hilfe zur Selbsthilfe.

Ich lasse die Patient:innen auf Augenhöhe, warum sie Schmerzen haben. Wenn man versteht, was der Körper spricht, verliert der Schmerz seinen Schrecken. Dieses Konzept paaren wir mit einer großen Portion Humor, Elan und vollem Engagement – denn Therapie darf und soll Freude machen.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder einen Erfolg aus Ihrer Arbeit, der Ihnen gezeigt hat, welchen Unterschied individuelle therapeutische Begleitung machen kann?

Ja, da gibt es ein Erlebnis, das mich zutiefst geprägt hat und für mich eines der größten Geschenke meines Lebens war. Ich betreute eine 50-jährige Patientin mit einer schweren, rheumatischen Erkrankung.

Sie hatte eine zweijährige Odyssee hinter sich, war bei unzähligen Fachkräften und konnte am Stück nicht mehr als 80 Meter gehen. Sie war in ihrer eigenen Wohnung wie in einer schmerzhaften Fußfessel eingesperrt.

Wir starteten im Frühling ein intensives Therapie-Coaching auf absoluter Vertrauensbasis. Wir begannen mit winzigen Etappen – oft nur 40 Meter –, um die entzündeten Strukturen bloß nicht zu überlasten und zugleich die Zuversicht wachsen zu lassen.

Ich übergab ihr die Kompetenz für ihr eigenes Training, alles genau dokumentiert, mit Schrift und Bildern. Sie konnte mich bei Fragen immer erreichen. Nach zwei Monaten schaffte sie bereits 500 Meter im ebenen Gelände. Bergauf und Bergab war wegen den Schmerzen im Fuß, noch nicht anzudenken.

Begleitet wurde die Patient:in neben der Physiotherapie natürlich von einer Rheumatolog:in und einer Psychotherapeut:in. Diese Kombination machte das alles erst richtig möglich. Immer mit dem Fokus auf die Patient:in

Dann der emotionale Rückschlag: Ein schwerer Sturz, ein Außenknöchelbruch am anderen Bein. In ihrem Kopf war anfangs „alles kaputt“. In dieser harten Phase durfte ich sie intensiv begleiten, um den Glauben an sich selbst wieder aufzubauen.

Am Weihnachtstag desselben Jahres passierte dann für Sie das Wunder: Sie ging mit ihrer Schwester an einem See spazieren, als es zu schneien begann. Sie rief mich danach an, überwältigt von Angst, Freude und purem Glück: Sie war komplett schmerzfrei über drei Kilometer weit gegangen!

Als Neujahrsgeschenk überreichte sie mir ein gestaltetes Heft mit Fotos Ihres Leidensprozesses bis zu diesem Spaziergang und Ihren Emotionalen Achterbahnfahrten. Das hat mir einmal mehr gezeigt: Individuelle Begleitung kann Leben verändern.

Über Markus Geiregger:

Markus Geiregger, MSc O.M.T., ist seit 2008 als selbstständiger Physiotherapeut tätig. Sein Weg dorthin war alles andere als geradlinig, sondern reich an Lebenserfahrung: Bevor er seine Berufung in der Physiotherapie fand, war er als gelernter Bäckergeselle aktiv, bis ihn die Berufskrankheit dazu zwang, den Beruf aufzugeben und sich völlig neu zu orientieren. Über Stationen wie den Dienst als Bademeister fand er schließlich zur Physiotherapie. Nach seinen Anfängen an der Universitätsklinik Innsbruck, die er 2013 verließ, fokussierte er sich voll auf den Ausbau von THERAPIE West. Er verfügt heute über die höchste internationale Qualifikation in der manuellen Therapie (O.M.T.), absolvierte erfolgreich sein Masterstudium (M.Sc.) in muskuloskelettaler Physiotherapie und ist diplomierter Neuromentaltrainer. Diese vielseitige Lebensbiografie – ergänzt durch seine Leidenschaft als Musiker und Dichter – spiegelt sich in seiner tiefen Empathie und seinem bodenständigen, ganzheitlichen Blick auf den Menschen wider.

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