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Interview mit Katja Kollmann: „Wir müssen nicht jemand anderes werden. Wir dürfen wieder wir selbst werden.“

Katja Kollmann weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht man sich zwischen Erwartungen, Leistung und ständigem Funktionieren verlieren kann. Heute begleitet sie Menschen mit ESP-Aroma Lomi, Breathwork und Coaching dabei, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Dabei geht es nicht darum, jemand anderes zu werden oder sich zu optimieren, sondern sich selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen. Im Interview erzählt sie, warum wir nichts an uns reparieren müssen, um genau richtig zu sein.

Katja Kollmann im Interview

Katja Kollmann Interview

Fotocredits: Lucie Halajova

Was hat Sie dazu bewegt, mit Katjas.at einen Raum für Entspannung, Veränderung und persönliche Entwicklung zu schaffen?

Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, erkenne ich, dass mich genau die Erfahrungen zu dieser Arbeit geführt haben, die ich früher am liebsten verdrängt hätte.

Heute lebe ich seit fast sechs Jahren alkoholfrei. Damals war ich weit davon entfernt, liebevoll mit mir selbst oder meinem Körper umzugehen. Ich habe funktioniert, Erwartungen erfüllt und versucht, meinen Platz in einer Welt zu finden, in der es scheinbar für alles Vorgaben gibt: wie wir zu sein haben, was Erfolg bedeutet und wie ein „gutes Leben“ auszusehen hat.

Schon als Kind hatte ich oft das Gefühl, ein wenig anders zu sein. Ich habe viel wahrgenommen und intensiv gefühlt. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich anzupassen und vieles in mir zurückzuhalten. Meine Gedanken, meine Gefühle und meine Bedürfnisse habe ich im wahrsten Sinne des Wortes hinuntergeschluckt.

Ein Wendepunkt war meine erste Lomi-Massage. Dort habe ich etwas erlebt, das mich tief berührt hat: Ich musste nichts leisten. Nichts beweisen. Nichts verändern. Zum ersten Mal konnte ich spüren, dass mein Körper nicht mein Gegner ist und dass ich genauso richtig bin, wie ich bin.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment. Da wusste ich: Das möchte ich lernen. Nicht nur für mich selbst, sondern auch, um anderen Menschen diesen Raum zu schenken.

Ihr Ansatz verbindet ESP-Aroma Lomi, Breathwork und Coaching – wie greifen diese Bereiche in Ihrer Arbeit ineinander?

Für mich gehören diese Bereiche untrennbar zusammen, weil sie unterschiedliche Zugänge zum selben Ziel eröffnen: wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen.

Die ESP-Aroma Lomi arbeitet über Berührung. Dabei geht es nicht einfach um Entspannung, sondern um das Gefühl, wieder im eigenen Körper anzukommen. In einer Zeit, in der viele Menschen permanent leisten und funktionieren, wird bewusste Berührung zu etwas Kostbarem.

Im Buch Die Kunst der Berührung wird beschrieben, dass Berührung eine Form der Kommunikation ist, die tiefer reicht als Worte. Dieser Gedanke begleitet mich sehr. Berührung kann Sicherheit vermitteln, Vertrauen stärken und Menschen daran erinnern, dass sie nicht allein sind.

Breathwork ergänzt diesen Weg auf wunderbare Weise. Über den Atem können wir Spannungen lösen, Gefühle wahrnehmen und wieder Zugang zu unserem Inneren finden. Oft zeigt uns die Atmung sehr ehrlich, wie es uns tatsächlich geht.

Im Coaching geht es schließlich darum, die Erfahrungen bewusst zu reflektieren und neue Erkenntnisse in den Alltag mitzunehmen. So entsteht eine Begleitung, die Körper, Geist und Herz gleichermaßen anspricht.

Viele Menschen stehen heute unter Druck und verlieren den Zugang zu sich selbst – wie unterstützen Sie sie dabei, wieder mehr Ruhe und innere Balance zu finden?

Viele Menschen leben heute in einem ständigen „Mehr“. Mehr leisten, mehr schaffen, mehr erreichen. Dabei geht oft das verloren, was eigentlich am wichtigsten wäre: die Verbindung zu sich selbst.

In meinen Begleitungen geht es deshalb nicht darum, noch etwas besser zu machen. Es geht darum, innezuhalten.

Wenn Menschen bei mir ankommen, dürfen sie einfach sein. Ohne Bewertung. Ohne Erwartungen. Ohne das Gefühl, etwas beweisen zu müssen.

Oft entsteht genau dort die größte Veränderung. Nicht durch Druck, sondern durch Erlaubnis. Durch einen bewussten Atemzug. Durch einen Moment der Ruhe. Durch das Gefühl, sich selbst wieder wahrzunehmen.

Ich glaube, viele Menschen suchen nicht nach etwas Neuem. Sie suchen nach dem Weg zurück zu sich selbst.

Katja Kollmann: Raus aus dem Kopf – zurück in den Körper

Katja Kollmann katjas.at

Fotocredits: Lucie Halajova

Sie sprechen oft davon, „raus aus dem Kopf und rein in den Körper“ zu kommen – warum ist dieser Zugang für viele Menschen so wichtig geworden?

Wir leben in einer Gesellschaft, die den Verstand sehr hoch bewertet. Denken, Planen und Funktionieren stehen oft im Vordergrund.

Dabei vergessen wir leicht, dass unser Körper ständig mit uns spricht. Er zeigt uns, wenn etwas zu viel wird. Er zeigt uns, wenn wir erschöpft sind, wenn wir uns nach Ruhe sehnen oder wenn wir gegen unsere eigenen Bedürfnisse leben.

Viele Menschen haben verlernt, diese Signale wahrzunehmen.

„Raus aus dem Kopf und rein in den Körper“ bedeutet für mich deshalb nicht, weniger zu denken. Es bedeutet, wieder ganzheitlich wahrzunehmen.

Dieser Weg hat auch mein eigenes Leben verändert. Früher war ich sehr hart zu mir selbst. Ich habe mich oft über Leistung definiert und geglaubt, immer noch besser werden zu müssen.

Heute lerne ich jeden Tag ein Stück mehr, mir selbst mit Mitgefühl zu begegnen. Je sanfter ich mit mir geworden bin, desto sanfter bin ich auch anderen Menschen gegenüber geworden.

Mit Ihrer Arbeit möchten Sie Menschen dabei begleiten, sich selbst wieder anzunehmen und wertzuschätzen – wie erleben Sie diese Veränderungsprozesse bei Ihren Klient:innen?

Die schönsten Veränderungen sind oft die stillen.

Viele Menschen kommen mit dem Gefühl, nicht genug zu sein. Nicht erfolgreich genug, nicht stark genug, nicht entspannt genug oder nicht richtig genug.

Im Laufe der Begleitung beginnt sich dieser Blick häufig zu verändern. Menschen entdecken, dass sie nicht ständig etwas an sich reparieren müssen. Dass sie nicht kaputt sind.

Sie beginnen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Sie setzen Grenzen. Sie erlauben sich Pausen. Und sie lernen, sich selbst mit mehr Freundlichkeit zu begegnen.

Für mich ist das einer der wertvollsten Momente überhaupt: Wenn ein Mensch erkennt, dass sein Wert nicht davon abhängt, was er leistet oder wie perfekt er funktioniert.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder eine Begegnung aus Ihrer Arbeit, die Ihnen gezeigt hat, welchen Unterschied bewusste Berührung, Atmung und Begleitung machen können?

Es gibt viele solcher Momente, und jeder einzelne berührt mich aufs Neue.

Besonders bewegend sind für mich Begegnungen, in denen Menschen nach langer Zeit wieder Zugang zu sich selbst finden.

Eine Klientin sagte nach einer Sitzung einmal zu mir: „Ich habe heute gespürt, dass ich mich die ganze Zeit selbst gesucht habe.“

Dieser Satz begleitet mich bis heute.

Ich glaube, dass Berührung eine Sprache der Liebe ist. Nicht romantische Liebe, sondern die tiefe menschliche Erfahrung, angenommen zu sein. Gesehen zu werden. Nichts leisten zu müssen.

Wenn ein Mensch nach einer Sitzung ruhiger atmet, weicher auf sich selbst blickt oder sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wirklich spürt, dann ist genau das der Grund, warum ich diese Arbeit mache.

Über Katja Kollmann:

Katja Kollmann begleitet Menschen auf ihrem Weg zurück zu mehr Selbstverbundenheit, innerer Ruhe und einem liebevolleren Umgang mit sich selbst.

Ihre eigene Lebensgeschichte hat sie gelehrt, wie wichtig es ist, sich wieder zu spüren und dem eigenen Körper mit Wertschätzung zu begegnen. Mit ESP-Aroma Lomi, Breathwork und Coaching schafft sie Räume, in denen Menschen loslassen, neue Kraft schöpfen und sich daran erinnern dürfen, dass sie bereits genau richtig sind.

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