Viele Frauen spüren, dass ihr Leben nicht mehr im Einklang mit ihrer inneren Wahrheit steht – und bleiben dennoch im Alten gefangen. Genau hier setzt die Arbeit von Astrid Egger an, die Frauen in sensiblen Übergangsphasen begleitet.
In diesem Interview spricht sie darüber, warum wahre Veränderung Zeit, Mut und Tiefe braucht und weshalb geschützte Räume essenziell für Identitätswandel sind. Sie zeigt, wie Bewusstsein, Verkörperung und innere Ordnung zusammenwirken, um Transformation nachhaltig möglich zu machen.
Astrid Egger im Interview

Fotocredits: Stefanie Blochwitz
Was hat Sie dazu bewogen, Ihren beruflichen Fokus auf die Begleitung von Frauen an Wendepunkten zu legen?
Seit vielen Jahren beobachte ich, dass die größte Hürde in Veränderungsprozessen nicht im Erkennen liegt, sondern in der Umsetzung. Viele Frauen wissen sehr genau, dass in ihrem Leben etwas nicht mehr stimmig ist. Sie spüren sehr klar, dass ihre aktuelle Art zu leben, zu funktionieren, zu „sein“ nicht mehr trägt – und trotzdem bleiben sie stehen.
Diese Diskrepanz zwischen Wissen und gelebter Realität erzeugt Schmerz, Frustration, innere Leere und nicht selten auch körperliche oder seelische Symptome. Ich kenne diese Erfahrung selbst.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, funktional, verantwortungsvoll und stark zu sein – und gleichzeitig innerlich nicht dort, wo die Seele hinmöchte. Man verliert nach und nach den Kontakt zu sich selbst.
Genau deshalb begleite ich Frauen an Wendepunkten: Weil es mir ein Herzensanliegen ist, Räume zu schaffen, in denen sie wieder Zugang zu ihrer inneren Wahrheit finden, Mut entwickeln, sich selbst Priorität zu geben und lernen, Entscheidungen aus innerer Wahrheit und Selbstführung zu treffen.
Ich glaube zutiefst daran, dass Klarheit, Mut und eine neue Identität entstehen, wenn ein Raum geschaffen wird, in dem ich mich wieder spüren darf.
Sie sprechen davon, Frauen in Umbruchphasen einen geschützten Raum zu eröffnen. Was bedeutet dieser Raum konkret in Ihrer Begleitung?
Wenn ich von einem „geschützten Raum“ spreche, dann meine ich einen Ort, an dem Frauen sein dürfen, ohne funktionieren zu müssen. Einen Raum, in dem nichts bewertet wird und nichts „optimiert“ werden muss, sondern in dem Wahrheit, Verletzlichkeit, Unsicherheit und Stärke nebeneinander bestehen dürfen.
Ganz konkret bedeutet dieser Raum in meiner Begleitung:
* Diskretion: Alles, was sich zeigt, bleibt geschützt. Frauen dürfen sich sicher fühlen, mit allem, was in ihnen lebendig ist.
* Wertschätzung: Jede Frau wird in ihrer Einzigartigkeit gesehen – als vollständiges Wesen mit einer individuellen Geschichte.
* Offenheit und Bewertungsfreiheit: Jede darf in ihrem Tempo gehen. Nichts muss schnell repariert werden, nichts wird übergangen oder klein gemacht.
* Emotionale Stabilität: Ich halte den Raum, auch dann, wenn es intensiv, schmerzhaft oder konfrontierend wird. Frauen müssen in diesem Prozess nichts „allein aushalten“.
* Sicherheit und Orientierung: Ich stehe mit Präsenz, klaren Fragen, Einordnung und Erfahrung zur Verfügung. Ich begleite – ich dränge nicht.
Dieser Raum ist kein „Wohlfühlraum“, in dem man sich vor dem Leben versteckt. Er ist ein kraftvoller Entwicklungsraum, in dem Frauen sich wieder spüren, alte Geschichten verstehen, innere Ordnung finden und Mut entwickeln können, ihr Leben bewusst zu gestalten.
Im Zentrum Ihrer Arbeit steht das Rad der Transformation. Wie greifen Human Design, Naturcoaching und systemisch-energetische Prozessarbeit dabei ineinander?
Die Innenfels-Methode habe ich gemeinsam mit meinem Partner, Andreas Rainer entwickelt. Sie ist kein Werkzeugkasten, aus dem je nach Bedarf einzelne Methoden herausgenommen werden. Sie ist ein lebendiger Identitätsprozess, der darauf ausgerichtet ist, Frauen nicht nur zu Erkenntnis, sondern in echte, verkörperte Transformation zu führen.
Im Zentrum dieses Prozesses steht das Rad der Transformation, das sich am Prinzip des Medizinrades orientiert. Es beschreibt keinen linearen Weg von „Problem zu Lösung“, sondern einen zyklischen, organischen Entwicklungsprozess.
Transformation geschieht hier in wiederkehrenden Bewegungen, in Phasen von Bewusstwerden, Erfahren, Ordnen und Integrieren – und genau in diesem zyklischen Prozess greifen Human Design, Naturcoaching und systemisch-energetische Prozessarbeit unmittelbar ineinander:
Human Design schafft Bewusstsein und Orientierung.
Naturcoaching bringt Erkenntnis in Erfahrung.
Systemisch-energetische Prozessarbeit schafft Integration und innere Ordnung.
Ihre Mentorings sind bewusst längerfristig angelegt. Warum braucht nachhaltige, echte Transformation aus Ihrer Sicht Zeit und Tiefe?
Nachhaltige Veränderung passiert nicht im Kopf, sondern im Körper, im Nervensystem, im emotionalen Erleben und formt so Identität.
Transformation bedeutet nicht, ein Verhalten zu optimieren oder ein Problem zu lösen. Transformation bedeutet, Abschied zu nehmen von Rollen, Mustern, Schutzmechanismen und inneren Konstrukten, die über viele Jahre – manchmal Jahrzehnte – das eigene Leben geprägt haben.
Auch dann, wenn sie heute nicht mehr dienlich sind, waren sie einmal wichtig. Sie haben Stabilität gegeben. Genau deshalb lassen sie sich nicht einfach „wegcoachen“.
Echte Veränderung braucht Zeit, weil:
* Erkenntnis erst wachsen darf
* der Körper Sicherheit entwickeln muss
* neue Erfahrungen wiederholt gemacht werden müssen
* Integration nicht beschleunigbar ist
* Identität nur durch Wiederholung und Verkörperung entsteht
Tiefe ist notwendig, weil oberflächliche Veränderung kurzfristig motiviert, aber langfristig nicht trägt. Frauen brauchen einen Raum, in dem sie nicht nur verstehen, warum etwas in ihrem Leben so ist, sondern in dem sie sich neu erfahren, neu ausrichten und neue Selbstführung entwickeln können.
Astrid Egger: Programme für tiefgreifende Identitätsentwicklung und gelebte Transformation

Fotocredits: Stefanie Blochwitz
Sie bieten 3-, 6- und 9-Monatsprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Worin unterscheiden sich diese Formate und für welche Frauen sind sie jeweils gedacht?
Alle Programme basieren auf dem Prinzip des Identitätswandels.
Die zentrale Frage lautet nicht:
„Wie löse ich ein Problem?“, sondern:
„Wer darf ich werden, um mein Leben in Einklang mit meiner inneren Wahrheit zu gestalten?“
Je länger die Begleitung dauert, desto tiefer kann der Prozess gehen, desto mehr Verkörperung wird möglich und desto nachhaltiger wird Veränderung.
Im Drei-Monats-Programm geht es vor allem darum, ein Fundament und Bewusstsein zu schaffen sowie eine neue innere Ordnung herzustellen. Der Einstieg erfolgt hier über das Essverhalten. Das Programm „The Secret Language of Eating“ beleuchtet mit Hilfe von Human Design prägende Verhaltensweisen und Glaubenssätze, die dazu führen, dass wir uns immer wieder klein halten.
Um diesem Prozess noch mehr Raum zu geben, entsteht gerade ein vertiefendes 5-Tages-Retreat mit dem Titel „Beyond Food – Wenn Ernährung zum Schlüssel für Bewusstsein, Körper & Identität wird“, bei dem mein Partner und ich intensiv zusammenarbeiten und gemeinsam mit den Teilnehmenden körperlich, emotional und bewusst noch um einiges tiefer gehen werden.
Dieses Format wird auch für Männer zugänglich sein und kann getrennt vom 3-Monats-Programm gebucht werden.
Im 6-Monats-Programm geht es vor allem um Integration und gelebten Wandel. Grenzen werden klarer, Entscheidungen bewusster, neue Strukturen im Leben entstehen. Es geht darum, innere Wahrheit sichtbar zu machen – in Beziehungen, im Berufsleben, im Alltag. Dieses Programm enthält zusätzlich zu den Online-Inhalten ein 2-Tages-Präsenz-Retreat, um die neuen Strukturen noch bewusster und nachhaltiger zu verankern.
Das 9-Monats-Programm ist die Königinnen-Disziplin. Hier arbeiten wir intensiv, tief und umfassend. Dieses Format ist als Hybrid-Modell aufgebaut und beinhaltet neben intensiver Prozessbegleitung drei mehrtägige Retreats als fixen Bestandteil. In diesem Format arbeiten wir zusätzlich mit generationellen Prägungen, der individuellen Lebensaufgabe und Frequenzen, um Transformation zu wahrhaft gelebter Identität werden zu lassen.
All diese Programme richten sich an Frauen, die viel leisten und tragen, die funktionieren, sich dabei aber selbst verloren haben. Frauen in akuten Krisensituationen und/oder an persönlichen Lebenswendepunkten. Zusammengefasst an Frauen, die spüren:
„So wie bisher geht es nicht weiter. Ich brauche einen Weg raus aus diesem Zustand.“
Welche nachhaltigen Veränderungen erleben Frauen nach ihrer Begleitung und können Sie einen konkreten Erfolg oder Erfahrungsbericht teilen, der diese Entwicklung beispielhaft zeigt?
Frauen erleben nach unserer Begleitung vor allem eines: Sie kommen zurück zu sich selbst. Sie gewinnen innere Klarheit, emotionale Stabilität und die Fähigkeit, ihr Leben bewusst zu gestalten.
Diese Veränderung zeigt sich auf mehreren Ebenen:
* im Inneren durch mehr Selbstvertrauen, Erdung und Selbstführung
* im Körper durch mehr Ruhe, Präsenz und spürbare Entlastung
* im Alltag durch klarere Entscheidungen, gesündere Grenzen und bewusste Ausrichtung
* in Beziehungen durch Echtheit, Berührbarkeit und neue Tiefe
* im Lebensgefühl durch Sinn und innerer Sicherheit
Ein wunderbares Beispiel dafür ist C., eine Frau, die an einem Wendepunkt ihres Lebens zu uns kam. Nach einer schmerzhaften Trennung und einer tiefen persönlichen Krise hatte sie den Zugang zu sich selbst verloren. Sie war emotional erschöpft, voller Selbstzweifel, gefangen in Grübeleien und entscheidungsunfähig.
Obwohl sie bereits verschiedene Formen von Unterstützung ausprobiert hatte, fehlte ihr ein Raum, in dem sie sich wirklich verstanden, gehalten und gesehen fühlte.
In unserer Begleitung fand sie Schritt für Schritt zurück zu innerer Stabilität, Klarheit und Selbstvertrauen. Sie konnte sich selbst wieder wahrnehmen, ihre Gefühle einordnen, ihre Muster verstehen und beginnen, Entscheidungen aus ihrer inneren Wahrheit heraus zu treffen.
Ihr Nervensystem kam zur Ruhe, innere Sicherheit wuchs, und aus der Orientierungslosigkeit wurde eine bewusste Neuausrichtung.
Ihr berührendes Feedback zu unserer Begleitung:
„Astrid – eine Frau die …
… dich hört, egal wie leise deine Stimme geworden ist.
… dich, deine Einzigartigkeit und deine Schönheit sieht.
… dich nimmt, so wie du bist und nicht verändern will.
… Vertrauen in dich hat, auch wenn du das Gefühl für Vertrauen verloren hast.
… dich standhaft ermutigt weiterzugehen, egal wie aussichtslos dir dein Weg erscheint.
… behutsam, mit Ausdauer, Geduld und Ehrlichkeit das Feuer in dir wieder entfachen will.
… zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Fragen stellt und Impulse gibt.
… dich beim Hinschauen begleitet, wenn es allein zu große Angst macht.
… dir ihre Hand ausstreckt, wenn das Loch, in das du fällst, immer tiefer wird.
Danke, dass du mich siehst!
Danke, dass du in der dunkelsten Phase meines Lebens an meiner Seite warst!“
Genau das beschreibt, was meine Arbeit ausmacht: Es geht nicht darum, Frauen zu verändern. Es geht darum, ihnen zu ermöglichen, wieder die Frau zu werden, die sie immer waren – nur freier, bewusster, verbundener und wahrhaftiger.
Über Astrid Egger:
Astrid Egger ist Mentorin für Wahrhaftigkeit, innere Führung und Identitätswandel. Gründerin von Innenfels© – BewusstseinsRaum Natur und Autorin.
Sie begleitet Frauen an Wendepunkten mit der Innenfels-Methode und schafft Räume, in denen sie Klarheit gewinnen, ihre innere Wahrheit verkörpern und ihr Leben bewusst neu ausrichten.
Buch von Astrid Egger „Unmaskiert“
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