Bernhard-Stefan Müller gründete Tantum mit dem Anspruch, Unternehmen nicht nur zu beraten, sondern aktiv in ihre Zukunftsfähigkeit zu führen. Was als klassische Betriebsverwaltung begann, entwickelte sich zu einer Transformationsberatung, die heute im gesamten DACH-Raum und darüber hinaus tätig ist.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht der Gedanke, Wandel als fortlaufenden Prozess zu gestalten – strategisch, kulturell und wirtschaftlich. Im Interview spricht Bernhard-Stefan Müller darüber, was Tantum antreibt, wie Transformation gelingt und welche Entwicklungen Unternehmen künftig prägen werden.
Interview mit Bernhard-Stefan Müller

Was war der Impuls zur Gründung von Tantum – und welches übergeordnete Ziel verfolgen Sie mit der Rolle als „Transformation Company“?
Tantum habe ich 2012 gegründet, weil ich etwas bewegen und verändern wollte. Mir war früh klar, dass Unternehmertum der wirksamste Hebel ist, um Ideen nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen.
Ausgangspunkt war eine klassische Betriebsverwaltung, aus der sich Schritt für Schritt die heutige Unternehmensberatung entwickelt hat. Seit 2018 begleiten wir mit Tantum Unternehmen im gesamten DACH-Raum sowie ausgewählte Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Das übergeordnete Ziel von Tantum ist Transformation. Für uns bedeutet das nicht ständiger Umbruch oder radikale Neuerfindung, sondern ein bewusstes Zusammenspiel aus Bewahren und Erneuern. Wir erhalten das, was gut funktioniert, hinterfragen Bestehendes und sorgen dafür, dass Unternehmen in Bewegung bleiben. Genau diese Fähigkeit ist heute entscheidend, um zukunftsfit zu sein und den Anschluss im Markt nicht zu verlieren.
Als „Transformation Company“ verstehen wir uns dabei nicht als klassische Berater, sondern als Sparringspartner auf Augenhöhe.
Unser Anspruch ist es, Unternehmen so aufzustellen, dass sie langfristig erfolgreich sind – nicht als reine Preisführer, sondern als Qualitäts-, Produkt- oder Marktführer.
Transformation ist für uns kein Projekt mit Enddatum, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Strategie, Struktur, Kultur und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen umfasst.
Wie definieren Sie Tantums Kernleistungen, etwa Building, Re-Building oder CFO as a Service, und wie zeigen sich deren Unterschiede in der Praxis?
Die Kernleistungen von Tantum lassen sich entlang des gesamten Unternehmenslebenszyklus beschreiben. Im Bereich „Building“ begleiten wir Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen beim strukturierten Aufbau ihres Geschäfts – von der strategischen Positionierung über Geschäftsmodelle und Prozesse bis hin zu Finanzierung, Controlling und Skalierung.
Das „Re-Building“ richtet sich an etablierte Unternehmen, die vor Veränderung stehen: etwa durch Wachstum, Nachfolge, Digitalisierung oder einen notwendigen Strategiewechsel. Hier geht es weniger um einen radikalen Neubeginn als um gezielte Weiterentwicklung. Wir analysieren bestehende Strukturen, identifizieren Engpässe und entwickeln gemeinsam mit Eigentümern und Management tragfähige Zukunftsmodelle.
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist das Strategic Advisory und Business Sparring. Dabei agieren wir als unabhängiger Sparringspartner auf Augenhöhe, stellen die richtigen Fragen, spiegeln Entscheidungen und unterstützen Führungskräfte dabei, Klarheit zu gewinnen und konsequent zu handeln.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch Keynotes und Impulse zur Transformation, in denen wir Orientierung geben, Perspektiven öffnen und Veränderungsbereitschaft im Unternehmen schaffen.
In der Praxis unterscheiden sich diese Leistungen weniger durch starre Kategorien als durch den Kontext des jeweiligen Unternehmens. Unser Ansatz bleibt immer gleich: unternehmerisch, pragmatisch und wirksam. Tantum versteht sich nicht als klassische Beratung, sondern als aktiver Mitgestalter von nachhaltiger Transformation.
Welche Methoden oder Herangehensweisen setzen Sie ein, wenn Sie mit Start-ups oder etablierten Unternehmen an Wachstum und Skalierung arbeiten?
Wir verbinden fundierte Lehrbuchmethoden konsequent mit unternehmerischer Praxis. Strategische Modelle, Analyse-Tools und Frameworks sind für uns kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge, die sich in der Realität bewähren müssen. Genau deshalb endet unsere Arbeit nicht bei Konzepten, sondern beginnt dort oft erst richtig.
Ich war selbst mehrfach als Interim-CEO tätig, zuletzt in einem großen mittelständischen Unternehmen in Deutschland. In diesen Rollen habe ich unser transformatives System nicht nur beraten, sondern direkt angewandt und verantwortet.
Diese Erfahrung prägt unseren Ansatz bei Tantum wesentlich: Wir wissen aus eigener Verantwortung, wie komplex Entscheidungen sind und was es bedeutet, Veränderung tatsächlich umzusetzen.
Im Unterschied zu vielen klassischen Unternehmensberatungen übernehmen wir Verantwortung für unser Tun.
Es geht uns nicht darum, PowerPoint-Präsentationen zu liefern, sondern Unternehmen, Prozesse, Strategien und Ziele wirklich zu verstehen. Auf dieser Basis ziehen wir klare Schlüsse, priorisieren konsequent und begleiten Unternehmerinnen, Unternehmer und Geschäftsführungen auch in der Umsetzung.
Unser Anspruch ist es, Transformation „auf die Straße zu bringen“. Wir bleiben dran, gehen die Extrameile und stehen auch dann zur Seite, wenn es operativ anspruchsvoll wird. Genau diese Kombination aus methodischer Klarheit, praktischer Erfahrung und echter Umsetzungskraft unterscheidet Tantum nachhaltig von klassischen Beratungsansätzen.
Bernhard-Stefan Müller: Wie Tantum Wandel gestaltet und neue Chancen schafft

Können Sie ein Beispiel nennen, in dem Tantum einen bedeutenden Wandel oder eine neue Chance für ein Unternehmen geschaffen hat – und welche Hebel entscheidend waren?
Es ist nicht leicht, ein einzelnes Beispiel zu nennen, da unsere Projekte sehr unterschiedlich sind. Drei Fälle zeigen jedoch exemplarisch, wie vielfältig Transformation in der Praxis sein kann.
Im Bereich Digitalisierung und Automatisierung haben wir einen Tiroler Handwerksbetrieb dabei unterstützt, sein Geschäftsmodell grundlegend neu zu denken. Der Wechsel von einer rein stundenbasierten Abrechnung hin zu einem skalierbaren Modell hat nicht nur Wachstum ermöglicht, sondern vor allem die Basis für nachhaltiges Wirtschaften geschaffen. Ziel war es, Arbeitsplätze zu sichern und die knappe Ressource qualifizierter Mitarbeiter effizienter und wertorientierter einzusetzen.
Ein weiteres Beispiel ist die Restrukturierung eines Unternehmens, das kurz vor der Insolvenz stand. Über einen Zeitraum von rund 24 Monaten haben wir gemeinsam mit unserem Team die Geschäftsprozesse analysiert, vereinfacht und neu aufgesetzt.
Durch klare Priorisierung, operative Umsetzung und enge Begleitung der Geschäftsführung konnte das Unternehmen stabilisiert und anschließend wieder vollständig in die Hände der Eigentümer übergeben werden.
Ein drittes Beispiel ist ein internationales Innovationsprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gemeinsam mit einem Salzburger Chocolatier haben wir Kamelmilchschokolade entwickelt, produziert und erfolgreich in den Markt eingeführt. Neben Produktentwicklung und Markteintritt ging es dabei vor allem um kulturelles Verständnis, Positionierung und unternehmerische Umsetzung in einem neuen Marktumfeld.
Diese Beispiele zeigen, dass Transformation immer individuell ist – aber stets klare Strategie, Umsetzungskraft und unternehmerisches Denken erfordert.
Wie begegnen Sie bei Tantum Herausforderungen wie Widerständen, Kulturwandel oder technologischer Veränderung?
Der Erfolg von Transformation entscheidet sich heute weniger an Technologien als an Menschen und Kultur. Mitarbeiter zu verstehen, Digitalisierung richtig einzuordnen und eine tragfähige Unternehmenskultur zu etablieren, ist zentral. Dabei geht es längst nicht nur um die Generation Z – Mitarbeiter aller Altersgruppen denken und handeln heute differenzierter als früher.
Im Mittelpunkt stehen Vertrauen, echtes Commitment und eine Kultur, die von Transparenz, New Work sowie klaren Employer-Branding- und Employer-Experience-Strategien geprägt ist.
Transformation gelingt nur dort, wo Menschen Orientierung bekommen, Sinn erkennen und sich aktiv einbringen können.
Natürlich entstehen in Veränderungsprozessen auch Widerstände. Das ist normal und menschlich. Entscheidend ist der Umgang damit. Zukunft bedeutet nicht, die Asche zu bewahren, sondern das Feuer. Gleichzeitig ist es unerlässlich, alle Stakeholder und Shareholder mitzunehmen – vom Eigentümer über die Geschäftsführung bis hin zu den Mitarbeitenden.
Das erfordert ein hohes Maß an Kommunikation, Empathie und Fingerspitzengefühl. Gleichzeitig braucht es eine klare Entscheidungsbereitschaft der Geschäftsführung. Transformation wird nur dann wirklich lebbar, wenn Führung Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und Veränderung nicht nur zulässt, sondern aktiv vorlebt.
Wo sehen Sie Tantum in den nächsten 3–5 Jahren – welche neuen Formate, Märkte oder Dienstleistungen planen Sie, um Ihre Vision weiter voranzutreiben?
In den nächsten drei bis fünf Jahren werden Themen wie Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik für Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen.
Gleichzeitig rückt eine andere Frage immer stärker in den Fokus: Wie entwickeln sich heutige Führungskräfte zu den Leadern der Zukunft, und wie gelingt es Unternehmen, Transformation ganzheitlich zu denken, ohne entscheidende Entwicklungen zu verschlafen?
Der Begriff Transformation stammt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum. In den USA gehören Chief Transformation Officers in vielen großen Unternehmen längst zur Realität. Im DACH-Raum hingegen wird Transformation oft noch projektbezogen oder rein technologisch verstanden.
Hier hinken wir aus meiner Sicht noch hinterher – und genau das möchten wir mit Tantum verändern. Auch deshalb haben wir uns bewusst als transformative Unternehmensberatung positioniert.
Transformation bedeutet für uns, technologische Möglichkeiten mit unternehmerischer Klarheit und kulturellem Wandel zu verbinden.
Dazu zählen der Einsatz interner und produktbegleitender Softwarelösungen ebenso wie die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, neue Akquise- und Vertriebsstrategien, Social Media, moderne Sales-Ansätze sowie eine konsequente Ausrichtung auf Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenskultur.
Unser Ziel ist es, Tantum im gesamten DACH-Raum weiter auszubauen und Unternehmen nicht nur zu beraten, sondern langfristig zu begleiten.
Ich bin überzeugt, dass Tantum heute bereits zu den führenden Transformationsberatungen im DACH-Raum zählt – weil wir klassische Unternehmensberatung mit tiefem, praxisnahem Digitalisierungs- und Technologie-Know-how in unseren Teams vereinen.
Über Bernhard-Stefan Müller
Bernhard-Stefan Müller ist manging partner der Tantum GmbH, der Transformation Company. Bereits mit 30 Jahren war er Vorsitzender eines Aufsichtsrates, mit 33 Jahren übernahm er als Vorstand für Digitalisierung und Marketing Verantwortung in einer börsennotierten Aktiengesellschaft im Freiverkehr in München.
Heute begleitet er Unternehmen als transformativer Berater, Sprringpartner, Interim-Manager und Keynote-Speaker bei Wachstum, Digitalisierung und strategischem Wandel.
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